RTL RADIO Luxemburg
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Themen-Special
der Redaktion RADIOJournal
Senderhistory - Hörergeschichten -
Dokumentationen - Interviews
halloRTL Radioclub aus Luxemburg - Clubjournale 1988
halloRTL
Heft 1-1988
>>> Hauptthema ist der
Wechsel von Dr. Helmut Thoma (bisher Programmdirektor für Hörfunk
und Fernsehen) geht an den Rhein und überlässt dem Chefredakteur
Hörfunk und Leiter des RTLplus-Frühstücksfernsehens (das in
Luxemburg bleibt), Rainer H. Popp noch eine dritte
Führungsaufgabe: Die des Programmdirektors Hörfunk. Seit 15. Mai
1983 ist er bereits Chefredakteur und eine Kämpfernatur: Sechs
Monate später baut er neben seiner Hörfunkarbeit die
RTLplus-Nachrichtensendung »7 vor 7« auf. Im Mai letzten Jahres hat
er das Konzept für ein Frühstücksfernsehen erarbeitet. Und jetzt ist
Radio Luxemburg ein "Popp-Sender" geworden. Seine Pläne: Es wird
einen neuen Unterhaltungsredakteur geben und einen neuen Pressechef.
Diese Führungsspitze wird das Programm anders gestalten. Dabei will
man sich auf das verlassen, was RTL immer ausgemacht hat: den
ungeheuer großen Ideenreichtum der rund 120 Mitarbeiter, die seit
Jahren erfolgreich Programm machen. Eine sehr wichtige Aufgabe wird
sein, neue UKW-Frequenzen zu bekommen. Rainer H. Popp: "Ohne die
werden wir nicht die Einschaltquoten erreichen, die wir brauchen.
Natürlich wird sich auch am Programm manches ändern. Einige
Sendungen, die schon sehr lange laufen, müssen umgebaut werden.
Allgemein werden wir versuchen, noch mehr Inhalte in unser Programm
zu packen, noch mehr Information und Service. Wir werden uns
verstärkt bemühen, die jungen Hörer zurückzugewinnen. Wir wollen
unser Programm regionalen Rundfunkanstalten anbieten - als
sogenanntes Mantelprogramm, in das die Sender ihre regionalen
Elemente einbetten können. Außerdem wollen wir uns verstärkt um die
Kabelhörer kümmern. Ich hoffe, dass wir in den nächsten zwei Jahren
Möglichkeiten finden, aus RTL einen für die gesamte Bundesrepublik
ausstrahlenden Sender zu machen. Natürlich UKW stereo."
>>> Komisch kommt von Komik. So
gesehen ist »Dall As« eine komische Sendung. Das war bei den letzten
beiden Ausgaben von Karl Dalls Blödelshow nicht anders -
trotz der Abschiedsstimmung, die da ein bisschen im Spiel war: Zum
letzten Mal »Dall As« aus Luxemburg. Zumindest vorläufig, denn
inzwischen ist RTLplus ein deutsches Unternehmen geworden. Die
Abschiedsvorstellung aus Luxemburg war aber ein willkommener Anlass,
das Traumpaar Karlchen und Karl nochmal gemeinsam auftreten zu
lassen. Das Publikum war begeistert. Karl Dalls Fazit: "Millionen
Frauen lieben mich!". >>>
Beliebter, als man denkt, ist die oft als lästig verschrieene
Funkwerbung bei den Hörern von Radio Luxemburg. Beweis dafür
sind mehr als 10.000 Postkarten und Briefe, mit denen die Hörer
ihrem Lieblingsprogramm RTL die Meinung über Funkwerbung sagten und
ihre zehn beliebtesten Werbespots wählten. Je origineller,
ideenreicher und witziger der Spot, desto sympathischer ist er dem
Hörer. >>> Millionen
Fernsehzuschauern von RTLplus, RTLplus-Frühstücksfernsehen und
Hörern von Radio Luxemburg ist Hademar Bankhofer als "Mister
Gesundheit" ein Begriff. Nach seinen Tipps in den Sendungen »Wie
geht's?«, »Gesund in den Tag«, »Prima« und nach seinen
Gesundheits-Ratschlägen in »Guten Morgen, Deutschland!« kommen immer
wieder viele Anfragen. Deshalb hat RTL die wichtigsten und
gefragtesten Gesundheitstipps von Hademar Bankhofer in einer
32-seitigen Broschüre abgedruckt.

>>> Im Interview des Monats kommt Schlagerstar Howard Carpendale zu Wort. Mit ihm spricht Clubredakteur Torsten Schuster. Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft des deutschen Schlagers aus? Howie: "Ich hoffe, du ordnest mich nicht in die Schublade 'deutscher Schlager' ein. Ich verstehe mich nicht als das, was man gemeinhin mit dem Begriff 'Schlagersänger' meint. Der typisch deutsche Schlager ist so gut wie tot. Herz, Schmerz, Sonnenschein, Barbardos - diese ganzen Klischees will doch keiner mehr hören. Und die wenigen, die es sich im Radio noch wohlwollend mit anhören, kaufen es trotzdem nicht auf Platte. Das Publikum, das deutsche gesungene Platten kauft, will heute Maffay hören und Grönemeyer, Klaus Lage, Juliane Werding, Münchner Freiheit, Carpendale und noch ein paar Namen, die ich jetzt vergessen habe." >>> Höchst seltener Besuch bei RTL: Honey Bee Benson hatte in der Sendung »Luxemburg 1331« John Wetton und Max Bacon geholt - zwei der weltbesten Rocksänger, die zur Zeit mit der Allstar-Gruppe Phenomena Furore machen. Die beiden sind ausgesprochene Spaßvögel, vor allem aber Superkönner in puncto Rockballaden. Das werden vor allem Kinogänger zu hören bekommen: »Dreamrunner« wird derzeit verfilmt und soll im Mai in die Kinos kommen, verriet Max Bacon den RTL-Hörern. Vorerst aber hat die Gruppe nur ein Ziel vor Augen: mit der Singleauskopplung "Did It All For Love" in die Hitparaden zu kommen.
halloRTL Heft
2-1988
>>> Rolf, der Rundfunktiger ist wieder da! Es war die
Rückkehr eines verlorenen Sohnes: Am 4. Januar 1988 um 5.30 Uhr ging
nach viereinhalb Jahren wieder so etwas wie ein "Ruck durch
Deutschland". Aus dem Studio 4 der Villa Louvigny in Luxemburg
brüllte der "Rundfunktiger" ein »Guten Morgen, Deutschland!« ins
Radioland, das nicht nur Rolfi-Polfi-Fans aufhorschen ließ: "Da ist
er ja wieder" - Rolf Röpke. Nach langer Wanderschaft durch die Eifel
zum WDR 4 hat er wieder zurückgefunden an das Mikrofon, an dem er
schon vorher sechzehneinhalb Jahre lang Moderatorengeschichte
gemacht hatte: "Wir müssen hörbare, mehr deutsche Musik spielen, uns
den Menschen nicht so bierernst nähern - Pfötchen geben jeden
Morgen, ohne dabei Männchen zu machen!".
>>> RTLplus ist nach Köln übergesiedelt. Mit der
Inbetriebnahme neuer terrestrischer Frequenzen können jetzt über 10
Millionen Zuschauer das TV-Programm empfangen. Mit dem Umzug aus
Luxemburg nach Köln gab es einen Wetterwechsel: Olaf Steinbauer,
18 Jahre bei RTL, gab nach vier Jahren und rund 2500
Wettervorhersagen »IHR WETTER« im Abendprogramm an Anne Mayer ab.
Olaf blieb in Luxemburg und wettert seit dem 4. Januar wochentäglich
ab 6.30 Uhr live im Frühstücksfernsehen von RTLplus: "Das Wetter in
unseren Breiten ist etwa neun Monate im Jahr mies. Das kann man den
Zuschauern nicht mit wissenschaftlicher Bedeutsamkeit, sondern nur
mit Humor vermitteln". Olaf Steinbauer war unter anderem als
Chefredakteur, Verwaltungschef, Pressechef für RTL und für das
halloRTL Clubmagazin tätig. >>>
Udo Jürgens war Stammgast bei den Löwenverleihungen von Radio
Luxemburg. Udo Jürgens ist ein Mensch voller Gegensätze. "Ewig hin-
und hergerissen zwischen Sehnsucht und Gewissen. Hier was ich fühle,
das war ich weiß - in Gefahr, mich zu verletzen an den eigenen
Gegensätzen", wie er es in einem seiner Lieder selbst ausdrückt. Bei
der Arbeit im Studio ist Udo der absolute Perfektionist. Weshalb er
sich auch mit Vollprofis umgibt, mit "Jungs, die ich liebe und die
mich lieben. Bis morgens um vier sitzen wir bei mir zu Hause, nehmen
die Bänder mit, die wir tagsüber aufgenommen haben, und suchen
Stellen, die man noch besser machen könnte. Wir gehen zusammen
essen, reden über ganz was anderes, lachen - es ist eine unglaublich
lockere, kreative und fabelhafte Atmosphäre." Mit seinen Textern
wohnt der Meister zeitweise sogar zusammen. "Manchmal gehen wir
auseinander und haben nur drei vage Ideen, manchmal haben wir fünf
gute, und manchmal gehen wir auseinander und haben einen Knaller."
1975 erhielt er Gold für "Griechischer Wein" (das in der
griechischen Fassung zu einer Art Volkslied in Griechenland wurde),
1978 den Silbernen Löwen für "Buenos Dias Argentina" und 1987 den
Ehrenlöwen. >>> Hörer Achim
Kram über "Dirty Dancing": "Dirty Dancing ist der Soundtrack zum
gleichnamigen Kinofilm mit Jennifer Grey und Patrick Swayze (bekannt
aus "Fackeln im Sturm") in den Hauptrollen. Es ist eine gelungene
Mischung aus neuen Songs und tollen Oldies der 50er und 60er Jahre.
Wer auf sanfte Balladen oder teilweise schnelle Tanzmusik steht, ist
bei Dirty Dancing genau an der richtigen Adresse."
halloRTL Heft
3-1988
>>> Im Heft gibt es einen Bericht über RTL auf der
"Boot '88". Hier waren die Radio-Kapitäne Biggi Lechtermann
und Thomas Germann auf Messekurs und fischten sich die
Kandidaten für ihre Spiele auf der Bühne aus dem unüberschaubaren
Meer der Zuschauer. Etliche waren "extra wegen RTL" in den Hafen der
Messehallen eingelaufen. Der komplette Stammtisch, der sich im
letzten Jahr im »Mahlzeit«-Theater auf der Bundesgartenschau in
Düsseldorf gegründet hatte, war bei jeder "boot"-Sendung in
vorderster Reihe zugegen. Eine Dame berichtete stolz, sie sei jeden
Morgen um fünf Uhr zuhause weggefahren, um ja rechtzeitig zum
»Liederlotto« auf der Messe zu sein. Und dann lauschte sie andächtig
den vielen Showstars, die eine frische Brise in die Radio-Segel
wehen ließen. >>> Dass
Abschiednehmen nicht unbedingt eine traurige Angelegenheit zu sein
braucht, bewies die Luxemburger Hörfunk-Mannschaft, als sie ihren
ehemaligen Programmdirektor Dr. Helmut Thoma verabschiedete,
der nun seine Arbeitskraft auf das Fernsehen in Köln konzentriert.
Die Radiomacher bereiteten ihrem Ex-Chef eine Party, die's in sich
hatte. Einer aber musste arbeiten an diesem Abend: Jörg Ebner ward
als Discjockey auserkoren - und hatte für jeden "seine" spezielle
Platte ausgewählt. So wurde der Österreicher Dr. Thoma mit "Sag beim
Abschied leise Servus" auf den Weg nach Köln geschickt.
>>> Ein Hörer interviewt den
RTL-Moderator Thomas Germann: Wie bist du zum Rundfunk gekommen?
"Vor viereinhalb Jahren gab es einen großen Moderatoren-Wettbewerb
von RTL und HörZu. Da haben über 1500 Leute mitgemacht, und ich war
nach mehreren Tests der Sieger. Inzwischen bin ich Redaktionsleiter
und Moderator der PRIMA-Sendung. Mit ein paar Kollegen erfinde ich
Spiele, wir suchen gute Themen, interviewen Stars, beantworten
Hörerpost und sind die ganze Woche damit beschäftigt, die 18
verschiedenen PRIMA-Rubriken vorzubereiten." Wann hast du dir
gesagt, Mensch, ich will Moderator werden? - "Ich bin 26, und so mit
19/20 hatte ich die Idee, zum Rundfunk zu gehen. Aber es hat dann
doch fast eineinhalb Jahre gedauert, bis es geklappt hat." Wenn dich
ein Hörer anrufen würde...? - "Ich finde es gut, wenn sich Hörer
melden - egal ob per Telefon oder Brief. Denn wichtig ist, zu
erfahren, was das Publikum gut findet oder nicht leiden kann." Hast
du weitere Pläne, zum Beispiel Richtung Fernsehen? - "Ich habe mir
vorgenommen, erstmal vier Jahre lang PRIMA zu moderieren und dabei
wirklich alles auszuprobieren, was man im Radio anstellen kann. Es
ist bestimmt nicht falsch, danach eine andere regelmäßige Sendung zu
machen oder sich das Fernsehen vorzuknöpfen."
halloRTL Heft
4-1988
>>> Die RTLplus-Frühstücksprogramm-Crew zog nun in
das Gebäude, das von den Abendfernseh-Kollegen zum Jahresanfang in
Richtung Köln verlassen worden war. >>>
"Das Fernsehen ist wie eine Schule: Zu meiner Zeit beim ZDF war ich
in der Grundschule - jetzt bin ich in den obersten Klassen."
Originalton Rainer Holbe. Der war in diesem Jahr erstmals als
Preisträger dabei, als den Stars des deutschen Fernsehens im
Springer-Hochhaus - hoch über den Dächern Berlins - mit viel
Glitter, Glanz und Gloria die "Goldene Kamera" verliehen wurde.
>>> Ganz anders als gewohnt konnten
die Luxemburger Rolf Röpke erleben: Der "Radio-Tiger" saß
nicht an seinem Mikrofontisch im Studio 4 der Villa Louvigny,
sondern stand auf der Bühne des Festsaals im Casino 2000 in Mondorf.
Dort präsentierte er knackige Mädchen mit schönen Augen, rasanten
Kurven und langen Beinen. Erst nach einem außerplanmäßigen vierten
Durchgang konnte Rolf dem bis auf den letzten Platz belegten
Festsaal die Miss Luxemburg 1988 präsentieren und beweisen, dass
auch ein Radio-Tiger schmusig sein kann und durchaus in der Lage,
eine Frau auf Händen zu tragen. >>>
"Die schnellste Fernsehshow der Welt" nennt Jochen
Pützenbacher seine neue Sendung bei RTLplus. Die Uhr gibt ihm
recht: Das ganze Spektakel dauert nur zehn Minuten. Aber die sind
mit schnellen Spielen und Gags ebenso randvoll gefüllt wie die
Regale des Kaufhauses, das im Studio nachgestellt wurde. In dieser
Kulisse müssen die Kandidaten, die Jochen im Kölner "Kaufhof"
angeworben hat, im Eilverfahren Schaufensterpuppen ausziehen, mit
Boxhandschuhen Gläser in Kartons einsortieren, als Kellner
verkleidet ein Tablett - übervoll mit Geschirr - im Slalom durch die
Fahrradabteilung jonglieren - und ähnliche verrückte Dinge mehr.
Dass die »Rolltreppe« die Lachmuskeln der Zuschauer überrollt -
dafür verbürgt sich Regisseur Klaudi Fröhlich, der schon mit »So
isses«, »Donnerlippchen« und anderen witzigen Shows Millionen zum
Lachen brachte. Erfinder dieser Kaufhaus-Spielereien ist
Ideenfabrikant Frank Elstner. Und dessen Ideen sind bekanntlich
nicht eben billig: Mit viel Aufwand wurde in dem "Studio-Kaufhaus"
ein Teil des Bodens ausgeschachtelt, um die Mechanik einer
Original-Rolltreppe zu installieren.
halloRTL
Heft 5-1988
>>> Der schönste Mann von Seite 2 - Waschkörbeweise waren
die Postkarten nach Luxemburg geflattert: Tausende von
Clubmitgliedern wollten gewinnen: Eintrittskarten für ein
Howard-Carpendale-Konzert plus Einladung zum anschließenden
Champagner-Empfang. >>>
Luxemburgs Lied für Dublin: Der Song ist ebenso schön wie die
Frau, die ihn singt: Beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson 1988
in Dublin war Radio Luxemburg mit der zauberhaften Lara Fabian
und deren Lied "Croire" ("Vertrauen") vertreten. Die erst 18-Jährige
belegte einen überzeugenden 4. Platz. "Sie hat die Stimme einer
Barbara Streisand und die Schönheit einer Vicky Leandros",
frohlockte die Fachpresse. 1986 hatte die hübsche Zauberfee schon
einmal an einem Wettbewerb junger Künstler in Belgien teilgenommen -
und gewonnen. Auf dem Foto wird sie auf dem Klavier begleitet von
RTL-Generalsekretär Jacques Neuen. >>>
Der Mai ist gekommen und damit auch eine neue fröhliche Brise aus
dem Luxemburger Funkhaus. Das RTL-Rundfunk-Programm ist noch
familienfreundlicher, unterhaltsamer und informativer geworden. Die
neuen RTL-Radio-Kreationen haben in erster Linie zwei erfahrene
RTLer ausgetüftelt. Zum einen der neue Programmdirektor Hubert
Terheggen, der bereits seit 33 Jahren in verschiedenen
verantwortlichen Funktionen für RTL tätig ist (zum Beispiel 15 Jahre
lang Programmdirektor des holländischen RTL-Programms) und zum
anderen Jochen Pützenbacher, der neben seinem Job als
"Radio-Reiseleiter" nun auch noch Ressortleiter in Sachen
Unterhaltung geworden ist. In der Zeit zwischen 11 und 12 dreht sich
alles um Klatsch, Tratsch und bunte Meldungen aus aller Welt und zur
Mittagszeit zwischen 12 und 14 Uhr gehen Biggi Lechtermann und Tommi
Ohrner mit zwei Städten in den Rundfunk-Ring. Im Abendprogramm
kommen in altbewährter Radio Luxemburg-Manier die Moderatoren wieder
zu Wort. Der derzeitige Lieblingssatz des Programmdirektors Hubert
Terheggen umschreibt treffsicher, wie sich Radio Luxemburg künftig
verstanden wissen will: "RTL wird noch mehr
als bisher
der
Musiksender und
der
Nachrichtensender mit den
Moderatoren sein." Völlig neu
durchgestylt wurde der Samstag: Hier gibt's Wochenendausgaben
der Wochentagssendungen. >>> Ein
Höhepunkt im RTL-Sommer: Zum ersten Mal präsentiert Radio Luxemburg
ein Festival volkstümlicher Musik auf dem legendären
Konzertgelände auf der Loreley. RTL-Volksmusikexperte Edy
Hildebrandt hat ein gigantisches Programm zusammengeschaufelt
und moderiert die achtstündige Mammutveranstaltung. Das Festival
besteht aus zwei Programmblöcken: Im ersten Teil treten überwiegend
Trachten-, Winzer- und Folkloregruppen aus Rheinland-Pfalz auf.
Überdies gibt es einen Nachwuchs-Wettbewerb jugendlicher
Volksmusik-Künstler, zu dem Edy in seiner Sendung aufgerufen hat.
Der Nachmittag ist durchsetzt von einigen prominenten
Persönlichkeiten aus dem Reich der Jodelkönige, Lederhosen und
Blaskapellen. Neben Edy ist im ersten Block Fips Asmussen der
Hauptmoderator. Der zweite Programmteil steht unter dem Motto "Die
großen Namen der Volksmusik". Hier wird Edy bei der Moderation
unterstützt von Maria & Margot Hellwig, die auch ihre gesanglichen
Qualitäten unter Beweis stellen. >>>
Anita fragt Iff Bennett: Seit wann bist du bei RTLplus und
wie bist du dazu gekommen? - Iff: "Ich bin seit sechs Jahren fest
bei RTL, und dies dank Olaf Steinbauer, der damals Verwaltungs- und
Pressechef von Radio Luxemburg war. So habe ich mir meine ersten
Sporen in der Presseabteilung des Rundfunkprogramms verdient. Bei
der Planung des RTLplus-Programms hat mich dann unser damaliger
Programmleiter, Thomas Wilsch, gefragt, ob ich nicht Lust hätte,
beim Fernsehen einzusteigen." Was ist deine liebste Arbeit bei RTL?
- "Ich habe das große Glück, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben,
denn seit jeher haben mich Tiere fasziniert. Deshalb habe ich auch
die Tier-Show in die Welt gesetzt und freue mich, dass sie bei den
Zuschauern gut ankommt. Doch die Tier-Show ist nur ein Teil meiner
RTLplus-Arbeit. Der andere Teil ist meine Tätigkeit beim halloRTL
Club. Und das ist natürlich ein toller Job, denn im Club hat man den
ständigen Kontakt mit unseren RTL-Freunden." Wann hast du zu singen
begonnen? Gibt es bald eine neue Platte? - "Als ich 12 Jahre alt
war, schenkte mir meine Mutter meine erste Gitarre. Von diesem Tag
an war Musik aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Mit 15 Jahren
habe ich zum ersten Mal in einer Band gesungen, und Schritt für
Schritt entwickelte ich mich weiter. Ich möchte auch weiterhin jedes
Jahr eine neue Schallplatte machen. Zu mehr reicht die Zeit nicht,
weil mit einer Plattenveröffentlichung immer zahlreiche
Bühnenauftritte verbunden sind [...] Die Melodien meiner Lieder
schreibe ich immer selbst. Die Texte der italienischen und
englischen Songs verfasst meine Frau Tamara. Die deutschen Texte
lasse ich mir selbst einfallen." >>>
»ALLES - NICHTS - ODER« ist ein Spiel mit Worten und einem
prominenten Gast. Die Moderatoren Hugo Egon und Hella von
Sinnen präsentieren auf RTLplus Sprachspielereien und
Schüttelreime, die einen witzigen Sinn ergeben. Sie spielen dabei
gegen den Gast. Wenn der pro Spiel mehr als 50 Prozent der Aufgaben
schafft, gibt's eine Torte für die Moderatoren. Um deren gute Figur
braucht sich allerdings niemand zu sorgen: Die Torten werden
gesammelt und nach dem Spielschluss von Zuschauern auf die
Moderatoren geworfen. Im schlimmsten Fall sind's sechs Torten, die
das Publikum Hugo Egon und Hella von Sinnen ins Gesicht werfen.
halloRTL Heft
6-1988
>>> Seit dem 12. Mai liefert RTL den Mantel für das
Hörfunk-Programm von Radio-Merkur. Damit ist
Luxemburger-Rundfunk-Unterhaltung gepaart mit der regionalen
Berichterstattung des Teams von Radio Merkur im Mittelbadischen Raum
in bester Stereo-Qualität zu empfangen. In Luxemburg selbst ist das
ganze Team noch voll damit beschäftigt, das neue Programm, das seit
Anfang Mai über die Antenne geht, zu verfeinern und zu veredeln.
>>> Jeden Samstag gibt's die
Wochenendausgabe von »Is ja 'n Ding« in Form eines
Stammtischgesprächs im Studiocafé in Düsseldorf.
>>> Desirée Nosbusch im
RTL-Frühstücksprogramm: Mittwoch, 20. April 1988. Nachts um drei
kocht die Nachrichtenredaktion des RTLplus-Frühstücksfernsehens den
ersten Kaffee. Dann spricht sich die Nachricht rum, Desirée Nosbusch
werde heute auf dem Fernsehsofa Platz nehmen. Kurz nach sechs kommt
sie. Mann, hat die schöne Augen. Doch dafür haben die
Nachrichtenleute jetzt keinen Blick. Der Fernschreiber rattert.
Karl-Heinz Kaul reißt ein Blatt aus der Maschine. Halb sieben - die
Sendung beginnt. Da ist sie. Sie hat wirklich schöne Augen, aber
anders als vorhin, strahlender. Moderator Olaf Pessler plaudert mit
Desirée über ihren neuen Film. Es werden Ausschnitte gezeigt. "Wenn
ich es für angebracht halte, wenn es wichtig für den Film ist, ziehe
ich mich aus. Für A.D.A.M. war es wichtig", beantwortet Desirée
Olafs Frage ob sie auch. Sie erzählt von ihrer neuen Heimat Amerika.
"In Amerika wird anders gearbeitet als in Deutschland. Da wird
richtig Geld in einen Film gesteckt. In Deutschland ist es dafür
persönlicher, freundschaftlicher." >>>
Ria fragt Hans Meiser: Wie kamen Sie zu RTL? - "Ganz
normal durch eine Bewerbung." Wann fängt Ihr Arbeitstag an und wann
endet er? - "Normalerweise - laut Dienstplan - ist Arbeitsbeginn um
10.30 Uhr, Dienstende ist nach der Hauptausgabe der »Bilder des
Tages«. Aber wie gesagt - normalerweise. Die Realität sieht allzu
häufig anders aus." Welche Pläne haben Sie für die Zukunft? - "Ein
ganz besonderer Zukunftswunsch geistert mir seit langem im
Hinterkopf rum: Ich möchte mal eine Talkshow machen mit dem
russischen Parteichef und dem Präsidenten der USA - live vom Roten
Platz in Moskau...". >>>
Donnerstag, 12. Mai 1988 - 10.58 Uhr. Rastatts Oberbürgermeister
Franz Rothenbiller hat sich in der Kaiserstraße 50 seiner Stadt
eingefunden, um einen symbolträchtigen Schalter umzulegen: In diesem
Moment steigen - passend zum Himmelfahrtstag - die ersten Signale
von Radio Merkur gen Himmel. Ein Hörfunk-Baby ist geboren und
krakeelt nun fröhlich in mittelbadische Lande hinaus, quasi im
Schatten der Baden-Badener Funkhöhe, wo der Südwestfunk residiert.
Zwischen Offenburg und Darmstadt, zwischen Pforzheim und Pirmasens
ist Radio Merkur/RTL jetzt auf der Frequenz 100,9 in bester
UKW-Stereo-Qualität zu hören. "Wir wollen kein provinzielles
Misthaufen-Radio sein", so die Maxime des neugeborenen Senders.
Gleich in der Auftaktsendung wollten die Badener Privatfunker
zeigen, wozu sie fähig sind: Stephan Popper und Günther Meyer, der
als luxemburgisches "Starthilfekabel" in Rastatt fungierte, führten
ein Telefoninterview mit dem Kapitän des Raketenzerstörers "Rommel".
Ein riskantes und technisch waghalsiges Unterfangen, wenn man
bedenkt, dass das Schiff zu diesem Zeitpunkt zigtausend Kilometer
entfernt in der Karibik kreuzte. Regionaler Bezug: Zehn der
insgesamt 300 Besatzungsmitglieder kommen aus dem Kernsendegebiet
von Radio Merkur. >>>
Prominenten-Talk mit Chris Howland: Chris Howland-Fans können
ihren Star jetzt bei RTL gleich doppelt erleben. Kürzlich übernahm
er im Hörfunk die neue Sonntagssendung »Rückblick« - ein Streifzug
durch 40 Jahre Musikgeschichte (jeweils von 11.00 bis 12.00 Uhr).
Und in Iff Bennetts »Einfach tierisch« bei RTLplus rätselt der alte
Hase als Mitglied des Rateteams mit. Chris Howland ist so etwas wie
eine Institution im deutschen Radio- und Fernsehland. Einer, der von
Anfang an dabei war. Und das, obwohl er - auf einem Bauernhof groß
geworden - eigentlich Tierarzt werden sollte, zumindest wenn's nach
seinem Vater gegangen wäre. Doch Chris widersetzte sich trotzig und
zog es vor, sich als "Heinrich Pumpernickel" zu Deutschlands
beliebtestem Plattenaufleger zu mausern. Das war in den 50er Jahren.
Heute [1988] nennt man den fast 60-Jährigen liebevoll den "Vater der
Radio-Discjockeys". Und noch immer lässt es ihn nicht los - "dieses
komische Geschäft", wie er es selbst nennt. Bis spät in die Nacht
plauderte Torsten Schuster mit ihm über ein Vierteljahrhundert
Radio-, Fernseh- und Filmkarriere. Frage von Torsten: Wie kam denn
Ihr Kontakt zum Hörfunk damals zustande? "Mein Vater war Chef des
Kinderfunks beim BBC. Das Radio lag mir also schon irgendwie im
Blut. Trotzdem stellte sich mein Vater dagegen, als ich Tonmeister
beim Funk werden wollte. Mit 18 Jahren kam ich dann zum Militär.
Durch Zufall hörte ich, dass Sprecher für den Soldatensender in
Hamburg gebraucht wurden. Die Sache mit dem Nordwestdeutschen
Rundfunk war eigentlich nur eine Wette: Wir wussten, dass unser
Soldatensender sehr viele Hörer hatte, während die deutschen
Hörfunksender nur langweilige klassische Musik spielten und viel
Blabal sendeten. Ich bin dann zum NWDR gegangen und habe gesagt: Ich
bin der Mann, den Sie suchen. Gebt mir eine Stunde Sendezeit, und
ich bringe die Hörer, die ihr durch Euer langweiliges Programm an
den englischen Soldatensender verloren habt, für diese eine Stunde
zu Euch zurück. Ich glaubte selbst nicht, dass das zu schaffen war.
Schließlich sprach ich kein Deutsch. Aber zu
meiner Überraschung haben die 'Ja' gesagt, und Ende 1952 habe ich
beim NWDR meine erste Sendung gemacht. Für Deutschland war das eine
Sensation: Plötzlich kommt da ein Engländer und stottert durch die
Sendung. Aber die Musik war natürlich das Neueste vom Neuesten." -
Trotzdem wurden Sie beim NWDR gefeuert. Warum? - "Im deutschen
Showgeschäft kann es gefährlich sein, zu bekannt zu werden. Damit
verletzt man schnell die Eitelkeiten anderer. Und deshalb fiel wohl
an irgendeinem grünen Tisch die Entscheidung, mich rauszuwerfen. Wenig
später wurde der NWDR aufgeteilt in den Norddeutschen und den
Westdeutschen Rundfunk. Und der WDR holte mich nach Köln - für
zunächst zwölf Sendungen. Daraus sind dann über 400 geworden."
Würden Sie - aus heutiger Sicht gesehen - irgend etwas völlig anders
machen, wenn Sie die Chance hätten, noch mal von vorne anzufangen? -
"Nein. Ich würde nur hoffen, dass dann nicht dieselben Leute an
jenem grünen Tisch säßen, den ich vorhin erwähnte. Man darf nicht
vergessen: Es gibt immer noch keine Radio- und Fernsehschule. Diese
Zeitgenossen in den sogenannten wichtigen Positionen sind wie die
Jungfrau zum Kind zu ihrer Tätigkeit gekommen; die haben ihren Job
nie gelernt. Und es sind Menschen, die bei ihren Entscheidungen
allzu oft nur an sich denken, nicht an ihr Publikum."
halloRTL Heft
7-1988
>>> Ein Vierteljahrhundert bei Radio Luxemburg! Jörg
Ebner feiert sein 25-jähriges Berufsjubiläum. Seit dem 15. Juni
1963 plaudert er über Musik, damals holte ihn Camillo Felgen von der
Düsseldorfer Schauspielschule. Es begann mit Vorsprechen und 28
Mitbewerbern. Jörg kam durch bis nach Luxemburg. Seine erste
Sendung: »Musicbox«. Seitdem wurde er mit 13 verschiedenen Sendungen
betraut - darunter auch die RTL-Hitparade und »Gefragt - gespielt«.
>>> Nadine fragt Helga
Guitton: Wie kamst du zu RTL? - "Ich habe mich damals schlicht
mit einem Brief beworben, wurde zu Probeaufnahmen eingeladen und
durfte gleich dableiben. Vorher war ich beim Süddeutschen Rundfunk
und habe das Regionalprogramm im Fernsehen angesagt. Da fand ich
mich erschreckend, so unnatürlich. Während meiner Zeit bei Radio
Luxemburg habe ich außerdem die »Schaubude« beim NDR moderiert. Das
war eine harte Zeit, aber schön." Stimmt es, dass du früher ein
Verhältnis mit Jochen Pützenbacher hattest? (Da lacht Helga laut und
herzhaft) - "Nein. Aber du bist nicht die erste, die mich danach
fragt. Weil wir früher immer zusammen gesendet haben, dachten wohl
viele Leute, wir hätten was miteinander."
>>> Günther Meyer zieht's in seinem Urlaub in
luftige Höhen: Mit seinem einmotorigen Maschinchen - an der
Heckflosse mit dem RTL-Logo versehen - flog er im Juni bei einer Art
Langstrecken-Rallye mit Oldtimer-Flugzeugen mit. Es galt, innerhalb
möglichst kurzer Zeit einige Flugplätze in Europa anzufliegen. Die
Tour war gewürzt mit allerlei buntem folkloristischem Zirkus an den
Zwischenstationen. Günthers Flieger ist mittlerweile 18 Jahre alt.
Er kaufte ihn seinerzeit als Wrack und ließ die Maschine durch einen
luftfahrttechnischen Betrieb restaurieren. Sie bekam dafür einen
Schönheitspreis als schönstrestraurierter Flieger in dieser Klasse.
>>> Auf der Titelseite ist
Carolin Lenzen abgebildet, Moderatorin der »Kontaktzeit« - immer
freitags bei RTLplus. Da führt die quirlige Lady Menschen zusammen,
die den Partner fürs Leben oder auch einfach nur einen Gefährten für
die Freizeit suchen.
halloRTL
Heft 8-1988
>>> "Radio mit Herz und Seele" heißt es auf Seite
2. Seit Februar dieses Jahres hat Hubert Terheggen die Regie
bei Radio Luxemburg fest im Griff. Ein Mann, der sehr wohl weiß, wie
man ein attraktives Programm macht: Immerhin stand er schon vor 33
Jahren in RTL-Diensten. "Das Radio kann man
nicht neu erfinden" - so nahm Hubert Terheggen all jenen den
Wind aus den Segeln, die nach seiner Amtsübernahme Wunder erhofften
und erwarteten, der Holländer werde die Radiogeschichte neu
schreiben und aus Radio Luxemburg etwas gänzlich Neues machen.
Dieser Mann weiß wovon er redet: Schon 1955 - in der Pionierzeit des
Radios - stieg er schnell vom Regisseur zum Produktionschef und dann
zum Direktor des holländischen Programms von RTL auf. Dort
produzierte er Hunderte von Sendungen, die er größtenteils für
Werbekunden nach Maß schneiderte. Große Sendungen wie »Alles oder
nichts« und Nachwuchswettbewerbe wurden von ihm produziert. Aber
hatte Radio in den 50er Jarhen nicht eine andere Aufgabe als heute?
Ging es in der Zeit des Wiederaufbaus nicht in erster Linie darum,
die Menschen wieder aufzumuntern? Terheggen, der Medienmanager -
gesegnet mit einem sicheren Blick für das, was in einem privaten
Kommerzsender machbar ist - sieht das aus einer ganz anderen
Perspektive: "Die Aufgabe des Radios war
damals wie heute, so viele Hörer wie möglich ranzuschleppen, damit
es für die Kunden interessant war, Werbezeiten zu buchen". Money
makes the world go round - oder: Nur wenn die Werbeeinnahmen
stimmen, drehen sich die Plattenteller. In den Fünfzigern, erinnert
sich Hubert Terheggen, war Radio Luxemburg noch der einzige
Privatsender weit und breit. Während der öffentlich-rechtliche
Rundfunk von jeher in erster Linie Kultur vermitteln und
Information transportieren sollte, schallte RTL mit einem für
damalige Verhältnisse revolutionären Unterhaltungsprogramm über
Luxemburgs Grenzen. Folge: eine ungeheuere
Popularität der großherzoglichen Privatfunker. Und dies sicherlich
auch dadurch bedingt, dass Radio Luxemburg nach Terheggens
Selbsteinschätzung "eine Atmosphäre schafft, in der die Leute das
Gefühl haben: Der Sprecher im Studio ist der charmante Herr von
nebenan. Die Hörer müssen eine unmittelbare Nähe zum Programm
spüren. Das ist genau der Punkt, in dem Radio Luxemburg etwas
Besonderes ist." Daran freilich wird sich auch unter Terheggens
Regie nichts ändern. Im Gegenteil: "Die Nähe zum Hörer werden wir
weiter verstärken. Wir müssen den engen Kontakt mit unserem Publikum
pflegen. Darum machen wir Radio mit Herz und Seele." Als 1965 die
holländischen Sendungen zugunsten des deutschen RTL-Programms
gekürzt wurden, wagte sich Terheggen in die RTL-eigenen
Musikverlage. 1970 wurde er deren Direktor: "Da lernte ich den
Rohstoff unseres Programms, die Musik, erst richtig kennen und
verstand die Zusammenhänge, die für das Radiomachen von
entscheidender Bedeutung sind." Man hört's, Hubert Terheggen
verpasste RTL ein musikalisches Styling, das noch sympathischer als
bisher unters Trommelfeld geht. Was die Ausweitung des Sendegebiets
anbelangt, setzt Terheggen vor allem auf kleine Privatsender, die
das RTL-Programm als sogenanntes Mantelprogramm ausstrahlen, in das
sie ihre Regionalsendungen kleiden und auf die Einspeisung des
Programms in diverse Kabelnetze. "Ich sehe keinen Grund, warum für
uns im Kabel kein Platz sein sollte. Schließlich sind wir das
älteste deutschsprachige Privatradio." >>>
Michail S. Gretschko war fast ein Jahr lang Kosmonaut in der
sowjetischen Raumstation "Mir", an die er mit dem Raumschiff "Sojus"
ankoppelte. Auf einem Astronauten-Kongress in Jugoslawien konnte
Rainer Holbe den russischen Kosmonauten für seine
»Unglaublichen Geschichten« interviewen, die bei Radio Luxemburg
jeden Samstag von 18.00 bis 19.00 Uhr ausgestrahlt wird. Gretschko
in dem Gespräch: "Wenn die Menschen wüssten, wie schön unsere Erde
aus dem Weltraum aussieht, würden sie alles versuchen, um dieses
Juwel nicht mutwillig zu zerstören." >>>
RTL macht wunschlos glücklich. Das wissen die Hörer im
allgemeinen, und diejenigen, die werktäglich von 9.00 bis 11.00 Uhr
ihr Radio einschalten, wissen's ganz besonders. Da nämlich schickt
Jochen Pützenbacher, Radio Luxemburgs Reiseleiter vom Dienst,
unzählige Gewinner auf regelrechte Traumreisen - in ferne Länder, wo
die Glücklichen wie echte Staatsgäste empfangen werden, getreu dem
Motto der Sendung: "Auf Staatsbesuch mit RTL". So unglaublich es
auch klingen mag: Jochen Pützenbacher, der mittlerweile fast 1500
Reisesendungen bei RTL moderiert hat, ist selbst noch gar nicht so
viel in der Welt herumgekommen - "höchstens mal an die Nordsee,
obwohl ich nicht schwimmen kann. Ehrlich, ich hab' eine panische
Angst vor Wasser." Drum führt Jochens diesjährige Urlaubsreise nach
Irland. Nach der Sommerpause kommt »Ein Tag wie kein anderer«
in einer neuen Form wieder. Mittels eines Reise-ABCs wird Jochen
Pützenbacher dann wieder große und kleinere Reisen ausspielen:
Beinahe jeden Tag soll es "Tage wie keine anderen" zu gewinnen
geben.
halloRTL
Heft 9-1988
>>> RTL nicht zu bremsen: Zielsicheren Schrittes
kam Pokerface auf Hugo Egon Balder zu. "Kumpel, du bist nackt. Hier
hast du einen Hut!" Sprach's und schenkte Hugo einen Stetson, damit
auch er endlich dem Anlass entsprechend gekleidet war: Truck Grand
Prix 1988. Schauplatz: Nürburgring. 12.00 Uhr, Live-Sendung aus dem
RTL-Studiozelt mitten im Fahrerlager, präsentiert von Hugo Egon
Balder und Jochen Pützenbacher. Letzterer hatte mit einem
Trucker wenigstens die unvermeidliche Jeans gemein. Überflüssig zu
erwähnen, dass Radio Luxemburg in dieser Sendung Country Music vom
Feinsten rankarrte. Tom Astor zum Beispiel, der in seinen
Fernfahrerliedern unter anderem einen Reifenwechsel bei Nacht
malerisch besingt. >>> Der »Li-La-Launebär«
ist das jüngste Kind von RTLplus: Eine Kindershow mit Musik und
Spielen, präsentiert von Matthias Krings, der die Idee zu
dieser Sendung hatte. Und der auch die Texte der Lieder geschrieben
hat, die sich wie ein roter Faden durch die Sendung ziehen. Die
Melodien von Wolfgang Dyhr haben nichts gemein mit Orffscher
Klimpermusik aus einer spießigen Jugendmusikschule - im Gegenteil:
Es sind durchweg eingängige Lieder mit poppigen Arrangements; eben
so, dass der Li-La-Launebär das Steppen anfängt. Die Spiele in der
Sendung können die Kinder leicht zu Hause nachmachen - mit
Requisiten, die möglicherweise nicht einmal Geld kosten. Matthias "Metty"
Krings: "Wir geben den jüngsten unter den Zuschauern die Spielideen
zurück, die man dem Fernsehen immer vorwirft, den Kindern genommen
zu haben. Die einfachsten Spiele, mit Luftballons und Bauklötzen,
sind in Vergessenheit geraten, weil das Fernsehen die Kinder
angeblich davon abhält. Wir machen es umgekehrt: Wir zeigen den
Kindern diese einfachen Dinge, die ihre Fantasie wieder anregen."
Jüngstes Kind von RTLplus ist auch Sandra, ein süßes Mädel, das im »Li-La-Launebär«
als Comoderatorin an Mettys Seite steht.
>>> RTL-Gastspiel mit »Is ja 'n Ding«: Eine
charmante Hektik herrscht in einem kleinen Kämmerlein im
Sportparadies Gelsenkirchen, das sich drei Wochen lang
Redaktionsbüro nennen durfte, weil sich die Mannschaft der
RTL-Mittagssendung dort eingenistet hatte. Unverdrossen waren trotz
schlechtem Wetters die drei Kandidaten, die Biggi Lechtermann
auf der Radio-Bühne durch die Sendung begleiteten. Die Redaktion
hatte sie vorsorglich in flauschige RTL-Bademäntel gehüllt, damit
die drei auch schön warm blieben für Biggis knifflige Fragen.
halloRTL Heft 10-1988
>>>
Bundespräsident Richard von Weizäcker auf Staatsvisite in
Luxemburg. Das Staatsoberhaupt, das von den Lesern einer
Bourlevardzeitschrift kürzlich zum beliebtesten Mann der deutschen
Frauen gekürt wurde, weihte die Sauertalbrücke zwischen Trier und
Luxemburg ein - als "Bindeglied beider Staaten", wie er sagte. Im
Mittelpunkt seiner Gespräche mit Großherzog Jean standen die
Einigung und die Beziehung zwischen Luxemburg und der
Bundesrepublik. Für RTL sprach Chefkorrespondent Geert
Müller-Gerbes mit Richard von Weizäcker im Großherzoglichen
Palast. >>> 100 Mal ging bisher
die neue Hörfunksendung »Besser leben mit RTL und Hademar
Bankhofer« bei Radio Luxemburg über die Antenne. Dazu
gratulierte RTL-Unterhaltungschef und TV-Liebling Jochen
Pützenbacher dem "Mister Gesundheit". Seit Juni gibts von ihm
täglich um 7.20 Uhr einen Gesundheits-Tipp - ein Super-Service, wie
ihn kein anderer Radiosender anbietet. >>>
Hannelore fragt Rolf Röpke: Wie kamst du zu RTL? - "1968 hab'
ich mich beworben. Ich war vorher als Zeitfunkreporter beim NDR. Bei
Frank Elstner habe ich vorgesprochen, war daraufhin zwei Wochen zur
Probe hier. Und daraus ist dann eine ganze Reihe von Jahren
geworden." Wer steht hinter der Sendung »Guten Morgen« - "Ich habe
ein sehr gut eingespieltes Team von drei Journalisten, die sich
überlegen, was wir den Hörern anbieten können." Du warst einige Zeit
nicht bei RTL zu hören. Wo hat es dir am besten gefallen? - "Bei
RTL, gell! Es hat zwar unglaublich geübt, auch mal bei anderen
Sendern reinzuschnuppern und festzustellen, dass überall Programm
mit Köpfchen und mit Herz gemacht wird. Aber wenn ich ganz ehrlich
bin: Unterm Strich habe ich mich bei Radio Luxemburg immer am
wohlsten gefühlt." Warum? - "Weil RTL wie kein
anderer Sender die Möglichkeit bietet, dem Hörer auf eine sehr
menschliche Art und Weise entgegenzutreten. Denn wo sonst könnte ich
meinen Hörern morgens erzählen: 'Kinder, heute bin ich gar nicht so
gut drauf'. Und das finde ich besser, als wenn ich heuchele und
aufgesetzt wirkende Fröhlichkeiten von mir gebe. Die zwischenmenschliche
Beziehung zwischen dem, der da ins Mikro beißt, weil er eigentlich
ins Bett gehört, und jendem zu Hause, der das akzeptiert, aber
eigentlich gar nicht spüren soll - die beeindruckt mich immer
wieder. RTL-Hörer haben auch ein waches Ohr; man kann ihnen kein X
für ein U vormachen." >>>
Radio ist mein Medium! Im vorigen Jahrhundert machte man es mit
Pistolen, heute geht's sympathischer und weniger gefährlich - mit
Musik und per Radio: Werktäglich von 17 bis 19 Uhr duelliert sich
Michael Jackson mit George Michael, die Pet Shop Boys mit Boy
George, da tritt Claudia Jung gegen die Strandjungs an - welcher
Titel jeweils abgeschossen wird und welcher am nächsten Tag als
strahlender Sieger wieder gegen einen anderen Interpreten antreten
wird, das entscheiden die Hörer via Telefon. Seit kurzer Zeit führt
eine bislang unbekannte Stimme durchs RTL-Musikduell: Stephan
Offierowski, Radiomann durch und durch und mit Leib und Seele.
Seit 1983 bei RTL, hat der 25-Jährige schon an zahlreichen Sendungen
mitgearbeitet: »Prima«, »Guten Morgen«, ein bisschen Nachrichten.
Die inzwischen ausgelaufene Sendung »Bis es Euch gefällt« hat er
seinerzeit mit konzipiert und redaktionell begleitet. Letzteres gilt
ebenso für die mittägliche Radioshow »Is ja 'n Ding«, für die
Stephan neue Spiele erfand. Und zwischendurch war er noch auf der
Akademie für Publizistik in Hamburg, wo er unter anderem ein
massives Moderatorentraining genoss. Die Reihe hätte sich gewiss
noch eine ganze Weile so fortgesetzt, hätte ihn nicht eines Tages
Jochen Pützenbacher in seiner Eigenschaft als Ressortleiter
Unterhaltung angesprochen, ob er nicht Lust hätte, mal einen
Mikrofontest zu machen. Natürlich hatte Stephan Offierowski Lust. Im
Düsseldorfer Studio nahm er eine Probesendung auf, und die "muss
sich ganz gut angehört haben. Aber man wolle sich die ganze Sache
noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen." Doch kurzfristig hat
es geklappt, und das "verschafft einem schon ein bisschen Bammel.
Ich hab' mich dann eine Woche - mehr Zeit war nicht - neben meinen
Vorgänger Hugo Egon Balder gesetzt, hab' mir den Ablauf des
Musikduells eingeprägt." Und dann durchlitt Stephan Offierowski mit
trockenen Lippen, klammen Händen und Kribbeln im Bauch seine erste
eigene Sendung als "Sekundant" beim RTL-Musikduell.
"Wenn man in den Rundfunk einsteigt", gibt Stephan zu, "hat man auch
das Ziel irgendwann mal am Mikrofon zu sitzen. Aber ich bin nicht
der Typ, der so was hopplahopp macht." Ihm war es lieber, das Radiomachen
erst einmal zu lernen, soweit das überhaupt erlernbar ist.
Jedenfalls habe sich das jahrelange Umherschnuppern bei ihm durchaus
positiv ausgewirkt, erinnert sich Stephan Offierowski an seine
ersten Sendungen. Natürlich hat auch Stephan Offierowski seine
Wunschträume, was er radiomäßig gerne mal machen möchte: Ein
unterhaltsames Magazin ist es, was dem Mann mit dem schwer zu
schreibenden Namen vorschwebt. Sprich viel Musik, viele
Unterhaltungselemente, aber auch Information. Eben Infotainment, wie
man das in der Branche nennt. Aber Hauptsache Radio: "Radio ist mein
Medium. Der Sprung zum Fernsehen muss gar nicht so unbedingt sein."
halloRTL Heft 11-1988
>>> An
seiner aktuellen LP "Einer für alle" bastelte Heinz Rudolf Kunze
satte fünf Monate lang: "Wir wollten uns Zeit lassen, um geduldig zu
experimentieren." Als er dann - die fertige Platte unterm Arm - bei
Honey Bee Benson in der Sendung »Graffity« aufkreuzte,
lernten die RTL-Hörer den poetischen Barden aus völlig neuen
Blickwinkeln kennen. Zum Beispiel erfuhr man da, dass Heinz Rudolf
Kunze einst Germanistik und Philosophie studierte und Lehrer werden
wollte. Beinahe hatte er sein Examen schon in der Tasche - da
entschied er sich völlig unvorhergesehen für die Musik. Und findet
seine Karriere selbst unglaublich: "Wenn man sich das überlegt - ein
Mensch wie ich, ein Student aus der Provinz, ohne musikalischen
Background, für den war noch vor zehn Jahren völlig unvorstellbar,
jemals einen Konzertsaal zu füllen. Und nun zu wissen, dass er sich
knapp vor einer Goldenen Schallplatte befindet und dass seine
Platten eine Menge Menschen ansprechen, das finde ich so
ungewöhnlich - das ist etwas, das ich mir im Leben nie zugetraut
hätte." Überdies ließ er Honey Bee Benson wissen: "Manchmal quält
mich eine Panik vor dem Einschlafen. Das
Unerträgliche an unserem Beruf ist, dass es eigentlich keine Regeln
für diesen Job und das Erzeugen von Liedern gibt. Wie einem ein Song
einfällt, ist völlig zufällig - das kann eine Sekunde oder ein Jahr
dauern." >>> Als kürzlich
mehrere zentrale Straßen in Luxemburgs Innenstadt abgesperrt wurden,
hätte man durchaus vermuten können, ein hoher Staatsgast wolle das
Großherzogtum beehren. Der tatsächliche Anlass allerdings war kaum
weniger gewichtig, aber wesentlich lustiger. Ein
Kinderwagen-Rennen nämlich lockte Tausende Luxemburger an den
Straßenrand. Die Zuschauer spielten bei diesem "kindischen"
Vergnügen denn auch eine entscheidende Rolle: Unter ihnen wurden
Spenden zugunsten mehrerer wohltätiger Organisationen gesammelt.
Freilich machte auch eine Crew von Radio Luxemburg den Spaß mit (von
links): Rolf Röpke, Honey Bee Benson, dahinter Iff Bennett,
Achim Graul, Lydie Würth-Polfer, die Bürgermeisterin
Luxemburgs, und Axel Fitzke. Zwei Minuten, nachdem das Foto
im Kasten war, brach der RTL-Kinderwagen zusammen. "Baby" Honey Bee
blieb nichts anderes übrig, als rasch laufen zu lernen und den
Kinderwagen ins Ziel zu tragen. >>>
Noch bevor Susanne Kronzucker und Jochen Pützenbacher
- trotz jahrelangen Profi-Daseins immer noch mit viel Lampenfieber -
die Löwen-Bühne in der Dortmunder Westfalenhalle betraten, wurde
Susanne mit einem Augenzwinkern gefragt, wen sie denn mit ihrem
ausnehmend reizend geschnittenen Festkleid verführen wolle. "Die
17.000 Zuschauer da draußen", antwortete die Moderatorin kess. In
der Tat: Die 52. RTL-Löwenverleihung war eine Verführung -
wenn auch mehr eine musikalische. Mit von der Partie war, wer sich
in diesem Jahr mit Liedern, die ans Herz und um die Welt gehen, in
der Musikszene Gehör verschafft und Furore gemacht hat. Besondere
Überraschung: Zum ersten Mal verliehen "Löwenbändiger" Jochen und
seine Partnerin Susanne traumhaft knuddelige Plüschlöwen an fünf
Kinder, die tatsächlich kaum zu bändigen waren und beim
Hallenpublikum Beifallsstürme auslösten. Letzteres war für den
"Künstlernachwuchs" längst keine neue Erfahrung mehr: Ihren ersten
öffentlichen Auftritt hatten die fünf Jungs und Mädels in der
RTL-Mittagssendung »Is ja 'n Ding«, wo jeden Tag zwei "Jungtalente"
aus dem Publikum ein Kinderlied vorsingen. Die fünf Begabtesten und
Witzigsten hatte Jochen sich nach Dortmund eingeladen, um ihnen
erstmals den "Kinder-Löwen" zu überreichen. Neu am
diesjährigen Löwen-Festival war auch, dass es nicht gelungen war,
den Gewinner des Ehren-Löwen geheimzuhalten: Paul Anka.
Und dann war er da: Eine Mischung aus Hitze und Intensität, Stärke
und Verletzlichkeit, unmittelbarer Präsenz und unterdrückter
Eitelkeit. Ein Weltstar, der im zarten Alter von 14 Jahren seinen
ersten Welthit schrieb: In einer Zeit, in der für einen
Teenager-Jungen ein zwei Jahre älteres Teenie-Mädchen noch als
unerreichbare Frau galt, seufzte Paul die sentimentale Ballade
"Diana", sang damit den gleichaltrigen Jungen aus dem Herzen und
wurde 1957 - kaum 18 Jahre alt - der jüngste Millionär im
Showbusiness. Allein in den darauffolgenden Jahren gab es 320
verschiedene Versionen von "Diana" in 22 Sprachen. Bis heute hat
Paul Ankas Stimme kaum an Schmelz verloren. Unglaublich, wie der
47-Jährige die Westfalenhalle zum Brodeln brachte.
halloRTL Heft 12-1988
>>> Die wohl
ungewöhnlichste und unglaublichste Partie seines Lebens spielte der
ehemalige sowjetische Schachgroßmeister Viktor Kortschnoi,
den Rainer Holbe in seinem Schweizer Exil besuchte. Sein
Gegner war der Ungar Geza Maroczy. Pikant: Letzterer verstarb
bereits vor 31 Jahren. Nun ließ er seine Züge über ein Medium im
"Jenseits" an Kortschnoi mitteilen. Rainer Holbe hat über dieses
außergewöhnliche Experiment bereits ausführlich in seinen
»Unglaublichen Geschichten« bei Radio Luxemburg und RTLplus
berichtet und darüber auch ein Buch geschrieben: "Ein Toter spielt
Schach". >>> Im
RTL-Hörfunkprogramm gibt's an den Feiertagen weihnachtliche
Klänge fast rund um die Uhr. An Heiligabend zwischen 16.00 und
18.00 Uhr, zur traditionellen Baumschmückzeit telefoniert Jochen
Pützenbacher mit Menschen, die ganz anders als Otto
Normalweihnachtsmann das Christfest feiern. Mit einem Flugkapitän
beispielsweise, der an Heiligabend, wenn seine Familie sich um den
Christbaum schart, von Frankfurt nach New York fliegt. Oder mit
einem Vogelwart, der mutterseelenallein auf einer Vogelinsel in der
Ostsee lebt und den Weihnachtsabend ganz mit sich allein verbringt.
Oder mit Wissenschaftlern am Südpol, für die "White Chrismas" minus
35 Grad kalte Realität ist. Am ersten Weihnachtsfeiertag bringt
Radio Luxemburg wieder Menschen einander näher. RTL-Hörer können mit
Verwandten in der ganzen Welt telefonieren. Anschließend - in einer
fröhlich-festlichen Sendung am Nachmittag - können Kinder im Radio
erzählen, was sie für tolle Weihnachtsgeschenke bekommen haben.
>>> Kristina Hertel wieder bei
Radio Luxemburg: Vor mehr als 13 Jahren zog sich Radio Luxemburg
ein Kind namens Kristina heran. Seine Entdeckung war eigentlich
Zufall. Ein Spechertest, den Jochen Pützenbacher mit der damaligen
"Frankfurter Rundschau"-Redakteurin machte, hinterließ einen
begeisterten Jochen und eine ziemlich ahnungslose Kristina. "Ich
hatte mir niemals träumen lassen, dass so eine Probemoderation für
mich überhaupt Folgen haben könnte." Wochen später rief Jochen
Kristina in ihrer Frankfurter Redaktion an, um sie wieder nach
Luxemburg zu holen. "Nach diesem Anruf hatte ich so richtig
Muffensausen, Angst vor meinem eigenen Mut", erinnert sich Kristina
Hertel. "Ich starb zahllose Tode, immer wenn
im Studio das Rotlicht anging und ich was sagen musste." So
durchlitt Kristina ihren ersten Probemonat, trat im Juli 1975 ins
feste RTL-Engagement, war nach jeder Sendung "total fertig".
Und die Kollegen rieten ihr: "Es ist ganz
easy: Sei doch am Mikrofon einfach so, wie du sonst auch bist."
Aha! Wenn das so einfach wär'... Doch das neugeborene RTL-Kind wuchs
gar prächtig heran und galt schon bald als Allround-Talent.
Moderierte Kristina gestern »Die Blaue Stunde«, dann war es morgen
»Dacapo« oder »Hallo Nachtarbeiter«. Lange Zeit war sie auch bei »12
Uhr mittags« dabei und galt überhaupt als die Feuerwehr im
Sprecherteam: Ständig sprang sie für Kollegen ein, die krank waren,
urlaubten oder sonst irgendwie fehlten. Und so ganz nebenbei lernte
sie auch noch einen Mann namens Ludwig Hertel kennen, seines
Zeichens RTL-Sportredakteur und von allen "Juppi" genannt. Kristina
und Juppi sahen, verliebten und heirateten sich. Juppi verschlug's
schließlich zum Südwestfunk nach Baden-Baden, Kristina folgte ihm.
Beim Südwestfunk hielt sie es nicht lange aus. In der Folgezeit
vagabundierte die inzwischen schon deutlich routinierte Moderatorin
quer durch die ARD: Mal zog es sie zur Europawelle Saar, mal zum
Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart, dann zum Hessischen Rundfunk und
zum WDR, wo Kristina unter anderem im gemeinsamen Nachtprogramm der
ARD durch ganz Deutschland schallte. In den letzten sechs Jahren
dann führte sie bei Radio Bremen durch die Frühsendung »Der Bremer
Kaffeepot«: "Jeden Morgen war ich saugut
drauf. Kannst du dir das vorstellen?". Nun hatte Kristina aber die
Verbindungen zu Radio Luxemburg nie aufgegeben und war auch bei der
diesjährigen Clubreise nach Kenya dabei. Dort im fernen
Afrika ereilte sie abermals ein schicksalhafter Anruf von Jochen
Pützenbacher: Ob sie nicht Lust hätte, Deutschland wieder von einem
RTL-Studio aus zu beglücken. "Da war ich wie eine Frau zwischen zwei
Männern: Einerseits gefiel es mir in Bremen unheimlich gut,
andererseits war ich im Herzen immer eine Radio Luxemburgerin."
Letzteres überwog und Kristina folgte zum zweiten Mal in ihrem Leben
dem Ruf ins Großherzogtum. Inzwischen versendet Kristina werktäglich
zwischen 11.00 und 12.00 Uhr das, was man unter Journalisten Servicethemen
nennt: Gute Ratschläge für den Hausgebrauch.


































