RTL RADIO Luxemburg
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Themen-Special
der Redaktion RADIOJournal
Senderhistory - Hörergeschichten -
Dokumentationen - Interviews
halloRTL Radioclub aus Luxemburg - Clubjournale 1987
halloRTL
Heft 1-1987
>>> In diesem Jahr
feiert der Radioclub sein 10-jähriges Bestehen, und seit genau drei
Jahren hat sich die Clubfamilie durch die Fernsehzuschauer von
RTLplus vergrößert. Inzwischen besteht der Hauptinhalt der
Clubzeitung immer mehr aus Fernsehthemen und Radio wird weniger.
Viele der ehemaligen Radiostars sind auch im TV aktiv, und so
tauchen ihre Namen hauptsächlich dort auf. Auf Seite 2 und 3 geht es
um den vierten RTL-Musikexpress, der im November 1986 mit 500
RTLern ins liebliche Allgäu dampfte, denn dort strahlte die Sonne.
Karl Dalls Visage ließ noch am Ankunftsabend in der »Dall-As-Show«
die Gesichter lachend in die Breite gehen. Er kochte mit den "Komm
doch mal in die Küche"-Chefs Friedrun Köhnen und Horst Tempel,
plauderte mit Schauspielerin Katharina Jakob (Tochter von Ellen
Schwiers), mit Iff Bennett über Tiere, mit Bernie Paul und Chris
Howland über Sänger- und andere, intimere Probleme und mit dem
Sonthofener OB Blaser über Lokales. Als neustes RTL-Gesangstrio
präsentierten sich Iff Bennett, Gaby Baginski und der neue
RTL-Pressechef Dr. Schmidt. >>>
Bundesverteidigungsminister
Manfred Wörner (CDU) war der beste Sänger unter Bonner
Spitzenpolitikern, gefolgt von SPD-Fraktionschef Hans-Jochen Vogel.
Das ist das Ergebnis eines Polit-Sängerwettstreits, bei dem die
Hörer von Radio Luxemburg über einen Telefon-Computer ihre Stimme
für die beste Bonner Stimme abgaben. Mit seinem Lied "Muss i denn
zum Städele hinaus", das er über den Sender schmetterte, errang
Wörner mit Abstand den ersten Preis, den "Goldenen Raben".
Den "Silbernen Raben" ersang sich Vogel mit "Wenn wir schreiten
Seit' an Seit'", Bronze erhielt der Staatsminister im Auswärtigen
Amt, Jürgen Möllemann (FDP), für seinen Schiffer-Song "Wir langen
vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord". Bereits in der ersten
Runde ausgeschieden war neben anderen Politikern aus verschiedenen
Parteien Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle (CSU), der sich mit
"Sah ein Knab' ein Röslein stehn" versuchte. Grüne Polit-Prominenz
wie Petra Kelly und Otto Schily hatte die Teilnahme an dem
"Raben"-Wettbewerb abgelehnt. Schon vor Jahren hatte Radio Luxemburg
einem Politiker zu Sangesruhm verholfen: Ex-Bundespräsident Walter
Scheels "Hoch auf dem gelben Wagen" wurde sogar zum Plattenhit.
Chefredakteur Rainer Popp (links) und Programmleiter Hugo Göke
überreichten Manfred Wörner den Goldenen Raben.
>>>
In halloRTL 1-1986 wurde
Camillos 65. Geburtstag gefeiert. Der Erfinder der RTL-Hitparade
und der Löwenverleihung steckte auch privat noch voller Energien. An
einem verregneten Novembersonntag startete er in einen neuen
Frühling und heiratete mit 66 ganz unöffentlich in Aischen die
38-jährige Anna. Bis vor wenigen Monaten war sie noch eine der
Autorinnen für die Quizfragen und zog aus der "Villa Lustig" (dem
damals farbigen "Amtssitz" des deutschen RTL-Programms) in Camillos
"Villa Paradiso".
halloRTL
Heft 2-1987
>>> "Senden kann
jeder, aber für den direkten und persönlichen Kontakt zum Hörer und
Zuschauer tragen wir das Markenzeichen: Radio Luxemburg - RTL mach
mit! Auf dieser Einstellung basieren nicht nur der Erfolg von 30
Jahren Hörfunk, sondern auch die eindrucksvoll gewachsene
Hallo-RTL-Clubfamilie und nicht zuletzt der Zuschauer-Boom im
RTLplus-Fernsehprogramm", schreibt Axel in seinem Brief an die
Clubfreunde. >>>
Zuerst gibt es einen Bericht darüber wie 120 Gewinner ein
"Königs"-Wochenende in Luxemburg verbrachten. Verwaltungschef
Jean Kraus vom deutschen RTL-Programm hatte sie in der Luxusherberge
"Le Royal" im Herzen der Hauptstadt unter gebracht. Von hier konnten
sie ohne großen Verkehrsaufwand durch die Einkaufsstraßen bummeln.
Das abendliche Diner mit den RTL- und RTLplus-Mitarbeitern fiel
rundum "königlich" aus. An jedem Gästetisch saßen mindestens zwei
RTL-Mitarbeiter zum Anfassen und Ausfragen. Sechs Gewinner, die
unter ihren Tellern einen Aufkleber entdeckten, hatten noch am Abend
einen Live-Auftritt im RTLplus-Studio. Am Sonntag hieß es »Wünsch
Dir was" mit Günther Meyer im großen Sendesaal der "Villa Louvigny"
- mit Wunschmelodien der Gewinner. >>>
Hoch über Luxemburg, im 19.
Stockwerk des Hotels Interconti, feierten Jochen Pützenbacher und
seine Mannschaft den Geburtstag: Die 1000ste Sendung »Ein Tag wie
kein anderer«. Da erzählte Jochen nicht nur von den schwierigen
Anfängen und Pleiten, sondern Programmleiter Hugo Göke gab auch
stolz zu, dass am 1. März 1983 im deutschen RTL-Programm keiner
damit gerechnet hatte, den Erfolg des französischen RTL-Programms
mit dieser modifizierten Sendung übernehmen zu können.
>>>
Seit 16. Januar 1987 heißt es
alle vierzehn Tage in der Nacht von Freitag auf Samstag »Von
Schiller bis Miller« - erotische Nachtgeschichten bei RTL.
Olaf Pessler liest aus Meisterwerken der Weltliteratur unter der
Regie von Peter Brensing. Die Geschichten und Auszüge zeigen die
Liebe in allen Spielarten. Im redaktionellen Vorspiel zur Geschichte
gibt Olaf eine kleine Einführung in Leben, Werk und Zeit der
Autoren. Eingebettet in ein harmonisch abgestimmtes Musikprogramm
von RTL-Musikchef Fritz Leider. Hier zeigt der Moderator, bisher
eher bekannt durch Präsentationen journalistischer Sendungen, dass
er auch ein Lesetalent ist. >>>
In rund sechs Stunden hatten die
RTL-Moderatoren Eva Müller, Thomas Wilsch, Nic Jacob, Axel Fitzke,
Björn Schimpf und "Wetterfrosch" Olaf Steinbauer in der Merscher
Disco "New Fregate" 130.000 FLX für krebskranke Kinder
erbettelt. Sie versteigerten von Plüsch-Nikoläusen über Regenschirme
bis zum CD-Plattenspieler ein ganzes Auto voller Artikel, die der
HalloRTL-Club für die gute Sache gespendet hatte. Dabei schaffte es
Eva Müller drei Gürtel ihrer Kollegin Helga für 1.500 FLX an den
Mann bzw. an die Frau zu bringen.
halloRTL
Heft 3-1987
>>> Iff stellt den
Clubmitgliedern noch einmal das Zeichen des Senders vor (gab es
damals als Schlüsselanhänger zu kaufen): "Leoni dedit" - dem
Löwen Flügel geben - "Diese Flügel hat nicht nur das deutsche
Hörfunk-Programm in nun 30 Jahren erfolgreich gespannt. Es folgte
mit RTLplus ein TV-Programm, das die Grenzen per Satellit und Kabel
überspannt: Neutral, gewitzt, informativ und - vor allem menschennah!".
>>>
Manfred Seichter,
Geschäftsführer der Düsseldorfer RTL-Tochter BTS, feierte
seinen 70. Geburtstag. Der Journalist begann nach dem Krieg als
Lokalredakteur der "Westfälischen Nachrichten" in Emsdetten bei
Münster. Am 1. April 1948 wechselte er in die Presseabteilung der
nordrhein-westfälischen Staatskanzlei und war 14 Jahre lang
(1962-1975) unter Minister Willi Weyer Sprecher des
nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Nach einem Gespräch mit
Frank Elstner nutzte er die Chance, sich als Beamter "mit 62 Jahren
pensionieren zu lassen" und stieg bei RTL ein. Eine
Programminnovation von Radio Luxemburg, auf die er besonders stolz
zurückblickte, war die Einführung des Verkehrswarnfunks, ein
Service, den dann auch später die Kollegen vom WDR einführten. Im
Bild: Manfred Seichter zusammen mit BTS-Ex-Geschäftsführer Max
Schautzer. >>>
Die deutsche Redaktion von RTL
hatte, stellvertretend für die vielen, weltweit aktiven
Umweltschützer, den Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland,
Harald Zindler, zum "Mann des Jahres 1986" gewählt und
damit den selbstlosen und engagierten Einsatz des damals 42-Jährigen
gewürdigt. Zindler, von Beruf Elektrotechniker, gehörte der
internationalen Umweltschutz-Organisation seit 1980 an. Ein Jahr
später kletterte er unter Lebensgefahr auf einen Schornstein von
Boehringer; außerdem protestierte er unter anderem gegen die
Dünnsäure-Verklappung in der Nordsee, und im Testgelände in der
Wüste von Nevada wandte er sich gegen die amerikanischen
Atomversuche. Am 17. Dezember 1986 hing Harald Zindler mit zwölf
weiteren Umweltschützern von Greenpeace an der Rheinbrücke in
Leverkusen und protestierte gegen die Verschmutzung des Stroms durch
die Firma Bayer Leverkusen.

>>> RTLplus und RTL veranstalteten in der Bonner Beethovenhalle eine über dreistündige Wahlshow zur Bundestagswahl 1987, die von anderen Journalisten die Noten größter Publikumsnähe an diesem Abend erhielt. Hans Meiser präsentierte locker Vorberichte und Reportagen zur Wahl. In der Kessenicher Gaststätte "Im Burgwinkel" hatten RTL-Chefkorrespondent Geert Müller-Gerbes und Alfred Gertler ihr Hörfunk-Studio installiert.
halloRTL Heft
4-1987
>>>
Auf der Titelseite ist Miss
Germany Anja Hörnich zu sehen, die der Multimedien-Künstler René
Wieroth eingipste. Die Skulptur wurde von der späteren Gewinnerin
Inge Balg aus St. Augustin zugunsten krebskranker Kinder gestiftet. >>>
"VADO VIA - ein Abschied wie kein anderer" ist das Hauptthema im
Heft. Als Iff Bennett mit Reibeisen-Stimme seinen Titel "Vado via"
("Ich gehe fort") schmetterte, sang er vor Kollegen für einen
Kollegen. Die Teams von RTLplus und RTL-Productions hatten sich
versammelt, um den "Vater" des deutschen Fernseh-Programms aus
Luxemburg, Unterhaltungschef Thomas Wilsch zu verabschieden.
Der 42-Jährige verließ kurz vor Ostern den Sender, um erst einmal
ein paar Monate auf der griechischen Insel Paros auszuspannen. Der
Mann, der in den vergangenen fünf Jahren ein vom Start weg
erfolgreiches Fernsehprogramm auf die Beine gestellt und rund 200
Mal die Sendung »Ein Tag wie kein anderer« präsentiert hatte, schien
eine Art Zäsur in seinem Leben zu machen: Seine Ehe war aufgelöst,
das Haus verkauft, auf Paros wartete Besinnung und die Absicht, ein
Buch zu schreiben. RTL-Amerika-Korrespondent Peter Trunk sandte für
den Abschiedsabend denn auch einen Filmbeitrag über das harte Los
eines Schriftstellers. Die Laudatio hielt Helmut Müller, der bei den
"Westfälischen Nachrichten" als Chefreporter der Vorgesetzte von
Thomas Wilsch war, als dieser dort vor langen Jahren seine
Journalisten-Laufbahn startete. Bei RTL hatte Thomas Wilsch vor der
Übernahme der Vaterschaft für RTLplus zwei Jahre lang auch den "halloRTL-Club"
und dessen Journal betreut. Auch der dienstälteste RTLer fehlte
nicht auf der Abschiedsfeier: Camillo Felgen.
>>>
Ende März startete im Hörfunk von
RTL die Aktion "Aids-Aid für Kinder", Schirmherrin war
Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth. Ziel der Kampagne:
Geldspenden für bessere medizinische Betreuung Aids-infizierter
Kinder. Ihre Zahl wurde 1987 in der Bundesrepublik auf über 500
geschätzt. Es gab Sondersendungen zum Thema, Prominente aus Show,
Politik und Business gingen für die Aids-Aid-Kollekte auf die Straße
und eine RTL-Fußballmannschaft trat gegen die Kollegen vom
Hessischen Rundfunk an. Darüber hinaus schalteten RTL und RTLplus
Aufklärungsspots des Gesundheitsministeriums.
>>>
"Shakespeare lässt flott grüßen"
heißt es ab 15. März jeden Sonntag ab 14.00 Uhr. Frisch, frech, ein
bisschen floppig und locker aus dem Studio-Sessel der Luxemburger
Villa Louvigny präsentiert RTL-"Youngster" Michael Wirbitzky
ganze vier Stunden lang die neue Wunsch-Sendung »Bis es euch
gefällt!«. >>>
"Partnerschaft ist, wenn man
etwas für eine Zeit lang teilen kann", sagte Carolin Lenzen
(Titelbild). Dass sie es konnte, bewies sie seit zwei Jahren bei
RTLplus. Sie teilte sich nämlich die Vorhersage IHR WETTER mit dem
"Wetterfrosch" Olaf Steinbauer. Carolin ging zwei Jahre in Amerika
zur Schule, studierte in Düsseldorf Germanistik und Amerikanistik,
war Hospitantin beim ZDF und Journalistin von ganzem Herzen. Als bei
RTLplus alles besetzt war, wechselte sie kurzerhand in den Rundfunk
von RTL, war Assistentin bei Helgas »Viva«-Sendung, dann bei »Guten
Morgen, Deutschland!« und seit knapp einem Jahr in freier Mitarbeit
Nachrichten-Redakteurin und Moderatorin. Dann genauso frei und
regelmäßig Redakteurin und Präsentatorin des RTLplus-Wetters.
Letzteres oft zum Entsetzen der Techniker-Crew. Denn Carolin liebte
nicht nur ein farbiges Leben ("Den Tag genießen - nicht an morgen
denken!"), sondern auch farbige Kleidung. Blau-grün gewandet
ließ sie da schon mal den Regisseur und seine Mannen darüber
grübeln, ob's überhaupt und wenn, ob's mit Green- oder Blue-Box
geht.
halloRTL
Heft 7-1987
>>> "Wir haben Grund
zu feiern, das 30-jährige Jubiläum von Radio Luxemburg nämlich. Als
1957 Peter Perleberg und wenig später Camillo Felgen mit kleiner
Mannschaft erstmals Radio aus Luxemburg für Deutschland machten, war
plötzlich ein ganz neuer Ton zu hören: leicht, locker, unverkrampft.
Und viele Hörer der ersten Stunde denken noch heute gern daran
zurück, wie sie nachts unter der Bettdecke das neue Musikgefühl
genossen, das da aus Luxemburg rüberkam", so begrüßt RTL-Presse- und
Planungschef Hendrik Schmidt die Clubmitglieder in diesem Heft.
>>> Auf Seite 3
erinnert sich Camillo Felgen ("Ein Mann, der Radiogeschichte
gesprochen hat") an "Die Zeit der Radiopioniere" - RTL vor 30
Jahren. >>>
Gesegnete »Mahlzeit«: Ganz
schönes Theater machten die Besucher des »Mahlzeit«-Theaters
auf der Bundesgartenschau in Düsseldorf. Sie rannten buchstäblich
das Zelt ein, aus dem die »Mahlzeit«-Sendung den RTL-Hörern mittags
live serviert wurde. Auf rund 500 wurde die Zahl derjenigen
Gartenschau-Besucher geschätzt, die jeden Mittag das
»Mahlzeit«-Theater heimsuchten - das aber nur über 150 Sitzplätze
verfügte. Die meisten derer, die keinen Sitzplatz ergattern konnten,
dachten aber gar nicht daran aufzugeben, sondern drängten mit aller
Gewalt durch Hauptein- und Notausgang in das Zelt und versperrten
die behördlich vorgeschriebenen Fluchtwege. Seitdem sorgten
"Schwarze Sheriffs" dafür, dass die rechtzeitig Gekommenen ungestört
und zivilisiert eine - wenn auch lachhafte - »Mahlzeit« zu sich
nehmen konnten - angerührt aus würzigen Gags und scharfen Sprüchen.
>>>
Seit September 1986 telefonierte
Helga kreuz und quer durch alle Welt, um über das zu reden,
was jeden brennend interessierte, aber meist verschämt verschwiegen
wurde: das liebe Geld. Stolze Bilanz: über 600 Live-Interviews in
ihrer Sendung »VIVA! Was kostet die Welt?«, die jeden
Wochentag zwischen 14.00 und 15.00 Uhr lief. So gab Helmut Zacharias
den Wert seiner Geige preis (20.000 Mark); Erfolgskomponist Ralph
Siegel ("Ein bisschen Frieden") verriet, dass er an einer
Schallplattenseite nur 4,5 Pfennig verdient, und Publikumsliebling
Günther Strack erinnerte sich an seine erste Gage (250 Mark im Jahr
1949). Das Tollste an der Sendung: Helga guckte nicht nur aller Welt
ins Portefeuille, sie füllte auch die Brieftaschen clevere
Ratefüchse. >>>
Mit der Sendereihe »Sicher in
den Urlaub« begleitete Günther Meyer die Hörer von Radio
Luxemburg in die Ferien. In 48 Informationssendungen - in
Zusammenarbeit mit dem ADAC und dem Zentralverband des Kfz-Handwerks
(ZDK) - gab er unter anderem fachmännische Tipps rund ums Auto und
beantwortete Fragen, die für den Autourlaub von Bedeutung waren. Der
ADAC Nordrhein startete im Rahmen der Sendung eine beispielhafte
Sonderaktion: An den Wochenenden und während der Schulferien war ein
zwölfköpfiges Team von Stauberatern unterwegs - unterstützt von der
RTL-Ford-Flotte. Die RTL-Fords waren mit Autotelefon ausgerüstet und
konnten so live in die Sendung geschaltet werden, um über
Verkehrsaufkommen, Staus und Ausweichrouten zu informieren.
>>> Besonders beliebt bei jungen
Leuten war Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Deshalb war das
von ihm veranstaltete Jugendtreffen im Garten seiner Villa
Hammerschmidt auch 1987 wieder gut besucht. Insbesondere junge
RTL-Hörer und -Zuschauer dürften sich dort wie zu Hause gefühlt
haben. Denn moderiert wurde das Programm der Veranstaltung von
Geert Müller-Gerbes, dem Bonner Chef-Korrespondenten von RTL.
halloRTL Heft
8-1987
>>> Thorsten Schuster stellt sich
als neuer Club-Redakteur vor. Er will dafür sorgen, dass künftig im
Club noch mehr passiert. Und mit ihm erscheint die Clubzeitschrift
nun jeden Monat. >>> Im Saarland
kann RTL jetzt auf der neuen UKW-Frequenz 93,3 MHz in Stereo gehört
werden. Flotte Sprüche auf Bussen der Deutschen Bundesbahn erinnern
daran, die Radios auf die neue Frequenz umzustellen.
>>> Staatsmännisch geht es künftig
zu bei Jochen Pützenbachers Radiosendung »Ein Tag wie kein
anderer«. Ab dem 31. August werden RTL-Hörer zu Staatsfrauen und
-männern in alle Welt geschickt. Das neue Sendekonzept macht's
möglich. Ab dem 6. September ist Jochen auch neuer Gastgeber der
Fernsehshow »Ein Tag wie kein anderer« auf RTLplus.
>>> Zu der Aktion "Clubmitglieder
interviewen RTL-Moderatoren" hatten Mitglieder
Gelegenheit 20 Fragen zu ihrem Lieblingsmoderator einzuschicken. Als
erster wurde Jochen Pützenbacher befragt: Wie kamen Sie zu
ihrem Beruf? Jochen: "Dass ich seit vielen Jahren Radio mache,
ist reiner Zufall. Im November 1969 bekam ich Gelegenheit, hier
vorzusprechen, und danach habe ich einen Probemonat absolviert. Ich
habe vorher nicht im Traum daran gedacht, irgendwann Rundfunk zu
machen. Ich hatte früher mehrere Berufe, war mal Friseur, war auch
mal Lehrer, und der Rest war eine Fügung des Schicksals."
Arbeiten Sie lieber im Hörfunk oder im Fernsehen? Jochen:
"Ehrlich gesagt, lieber im Hörfunk. Denn das Radio erfordert
wesentlich mehr Fantasie - erstens, es zu machen, und zweitens es zu
konsumieren. Denn das einzige Mittel, das man hat, um den Hörer zu
erreichen, ist die Stimme, die Sprache, mit der man die Fantasie der
Hörer anregen muss." Wie kamen Sie damals dazu, in der ARD die
Sendung »Mit Schraubstock und Geige« zu moderieren? Jochen:
"Leute beim Süddeutschen Rundfunk hatten mich in einer anderen
Sendung gesehen, und da hat der Unterhaltungschef gesagt: 'Das
scheint mir der Mann zu sein, den wir brauchen'. Daraufhin wurde ich
engagiert. Fünf Folgen von »Mit Schraubstock und Geige« waren
ursprünglich geplant, zwölf sind es dann geworden."
>>> Open Air Nr. 2 fand an
einem heißen Samstag im Stadion der "Rot-Weißen" in Essen-Borbeck
statt. Um 14.45 Uhr ging RTL-Moderator Thomas Germann auf die
Bühne: Radio Luxemburg proudly presents... 42.000 Besucher sind
gekommen, um das Spektakel mitzuerleben. Die Stimmung ist riesig.
Joe Cocker, bewegt sich wie ein Priester und singt, als habe er die
Musik erfunden. Tina Turner, Superact und singender Handfeger,
damals 46, wird gigantisch gefeiert.
halloRTL Heft
9-1987
>>> "Fernsehen schon zum Frühstück"
heißt die Titelstory. Am 5. Oktober, 6.30 Uhr soll's losgehen:
Premiere des Frühstücksfernsehens bei RTLplus. Breakfast-TV, bei den
Amerikanern, Engländern, Franzosen und Italienern längst fester
Bestandteil des Frühstücks, war hierzulande ein noch unbestrichenes
Brötchen. Zwar dachten die öffentlich-rechtlichen Sender auch schon
über ein Morgenmagazin nach, doch während sie noch grübelten, zeigte
RTLplus wie man's macht. Titel der zweistündigen Sendung: »Guten
Morgen, Deutschland«. Oberstes Motto für das Frühstücksfernsehen:
"Macht die Zuschauer wach, unterhaltet sie, begeistert sie, macht
sie locker, lasst sie staunen, informiert sie, zeigt ihnen, dass
sich die Welt noch dreht!" Der Schwerpunkt des bunten, fröhlichen,
abwechslungsreichen Morgenmagazins im TV lag dabei auf aktuellster
Information, die jede halbe Stunde von RTL-Nachrichtensprecher
Karl-Heinz Kaul serviert wurde. Daran schloss sich eine
ausführliche Wettervorhersage an. Präsentator: Gottfried Mehlhorn,
gelernter Schauspieler, bekannt aus 250 Folgen "Pippi Langstrumpf"
und aus der TV-Serie "Die Gimmicks". Zusätzlich zu den vielen
Informationen in Nachrichtenform, hat der aus dem Hörfunk erfahrene
»Guten Morgen, Deutschland«-Moderator Olaf Pessler
Studiogäste live interviewt, zwischendurch servierte Geert
Müller-Gerbes, Bonner Chefkorrespondent von RTL, aktuelle
Karikaturen aus der internationalen Tagespresse des jeweiligen
Morgens. Die Leitung des morgendlichen TV-Magazins hatte Rainer
H. Popp, Chefredakteur des RTL-Hörfunks. Im Bild auf der
Titelseite zu sehen sind (von links): Redakteur Gerd Paulus,
Programmleiter Rainer H. Popp, Moderator Olaf Pessler und
Nachrichtenpräsentator Karl Heinz Kaul. >>>
Vor ziemlich genau zehn Jahren
saßen Olaf Steinbauer und Frank Elstner, damals
RTL-Programmdirektor, zusammen mit einem Club-Experten aus Gütersloh
in einem Luxemburger Hotel und legten den Grundstein für den
"hallo RTL-Club". Im Jubiläumsjahr 1987 zählte der Club fast
100.000 Mitglieder, durch das RTLplus-Fernsehprogramm wurde die
Familie täglich größer. Gefeiert wird bei der Löwenverleihung in
Dortmund am 10. Oktober und vor allem beim diesjährigen "hallo
RTL-Musikexpress" ins Sauerland und "Wir füreinander". Außerdem
werden 20 Clubfreunde zu einer Jubiläumsfahrt nach Luxemburg
eingeladen. Auf dem Programm: Luxemburg und die RTL-Studios
besichtigen, das Team persönlich kennenlernen und als Abschluss
Teilnahme an der »einfach tierischen Show« mit Iff Bennett in
Mannheim. >>>
Ungewöhnlich und neu war die Idee
von RTL-Hörfunkchef Hugo Göke, »Prima«-Radioliebling Thomas
Germann und vom RTL-Gesundheitsexperten Hademar Bankhofer,
ausgeflippte und wertvolle Ratschläge für das Super-Feeling von
jungen Hörern in der Sendereihe "Ich fühl mich prima" (jeden
Montag in »Prima« zwischen 15.00 und 16.00 Uhr) weiterzugeben. Nun
hatten Thomas und Hademar bereits fast 30 Sendungen über den Äther
gebracht. Mädchen und Jungen waren begeistert. Hademars
Geheimrezepte gegen Liebeskummer, Streitsucht und
Rendevouz-Nervosität waren ein echter "Hit" bei Radio Luxemburg.
>>>
Nach langer schwerer Krankheit
und einer kritischen Herzoperation übernahm Heinz Siebeneicher
am 6. September wieder seine Sendung »Wünsch dir was bei RTL«
(sonntags von 10.00 bis 14.00 Uhr). Trotz 15-monatiger Abstinenz vom
Mikrofon hatten die RTL-Hörer ihn nicht vergessen und bekundeten in
unzähligen Briefen ihre Anteilnahme. "Das hat mir sehr geholfen,
mich wieder hochzurappeln", bekannte der erfahrene Radiomann und
bedankte sich gleichzeitig bei Günther Meyer, der ihn die
ganze Zeit vertreten hatte. Günther war der "Springer vom Dienst"
bei RTL: Es gab keine Sendung, die er noch nicht moderiert hatte.
>>>
Im Rahmen der RTL-Patenschaft
"Mit dem Wind um die Welt" erfüllte Helga Matrosenwünsche.
Die Gorch Fock, Deutschlands "Botschafter in Blau" war zu
seiner ersten Weltfahrt aufgebrochen. 32.000 Seemeilen Wasser, Wind
und Wellen - ein modernes Abenteuer und eine Nagelprobe auf den Mut
der Matrosen. 334 Tage zwischen Kombüsenfrühstück und stickigen
Schlafkojen. Kapitän Immo von Schnurbein und seine Jungs
legten mehr Ozeankilometer zurück als Kolumbus und Magellan
zusammengenommen. RTL blieb die nächsten Monate im Kielwasser der
Gorch Fock. Mit an Bord war der alte Seebär Kapitänleutnant Enge,
der live für Helga in »Viva / Was kostet die Welt?"
über Haifische, tropische Stürme und Captain Immos Kampf mit den
Wellen berichtete. Zur RTL-Patenschaft gehörte auch ein
Wunschkonzert. Jeden Freitag kurz nach 14.00 Uhr wurden die
Musikwünsche der blauen Jungs erfüllt, die dann per Radio ihre
Freunde und Verwandten grüßen konnten. Bei Helga wurde damit eine
klingende Brücke über die Weltmeere geschlagen. Die Hörer konnten
mitraten, mitbangen, in ferne Länder schweifen und riechen, wie die
Radiowellen nach Salz und Seetang schmeckten.
halloRTL
Heft 10-1987
>>> Richtig affig
gings zu bei RTL in den sogenannten Wochenend-Motiven der
neusten RTL-Werbekampagne. Acht solcher Motive zu den
Hauptsendungen des Hörfunks wurden in den Programmbeilagen vieler
Tageszeitungen und diversen Zeitschriften geschaltet. Damit setzte
RTL die Reihe seiner Kampagnen fort, die jedes Jahr vom Art
Directors Club für ihre Originalität und Witzigkeit ausgezeichnet
wurden. >>> Top-Thema
im Heft war das Löwenfestival am 10. Oktober zum 30-jährigen
Jubiläum des deutschen RTL-Programms und zur 51. Löwenverleihung.
Udo Jürgens und seine Pepe Lienhard Band unterbrachen deshalb extra
ihre Tournee. Schon einmal hatte er im Teamkreis bei einer Feier in
Luxemburg mit einer Eigenkomposition brilliert, sehr intim und auf
RTL zugeschnitten. Für sein "Guten Morgen, liebe Sorgen" erhielt
Jürgen von der Lippe den Goldenen Löwen. Monatelang war dieser Song
nicht von den Spitzen der Hitparade zu vertreiben und wurde die
erfolgreichste Platte des Jahres. Den Silbernen Löwen bekamen "Erste
Allgemeine Verunsicherung" für "Fata Morgana" und Roy Black konnte
für "Geträumt" den Bronzenen Löwen entgegennehmen. Zur
Jubiläumsveranstaltung war auch der erste Löwengewinner Fred
Bertelmann anwesend, und Löwenbändiger Jochen Pützenbacher
präsentierte das erste Clubmitglied, Bettina Bommer aus Lüdenscheid.
Die diesjährige Löwenverleihung war nicht nur die Fete zum 30.
RTL-Geburtstag, sondern gleichzeitig die zum 10-jährigen Bestehen
des RTL-Clubs. >>>
Honey Bee Benson war zwei
Wochen lang auf Tournee durch die Urlaubsmetropolen in Tunesien und
Spanien. Fast jeden Abend trat das temperamentvolle RTL-Mädel in
einer anderen Stadt in einer Discothek auf und unterhielt die
Touristen mit Spielen, Verlosungen und Autogrammstunden, "damit
unserer Hörer RTL auch im Urlaub hautnah erleben können", wie
sie selbst sagte. >>>
Genau 10 Jahre ist es
her, dass Frank Elstner den RTL-Club erfand und ins
Leben rief. Clubredakteur Torsten Schuster besuchte Frank zu
einem Gespräch, um einiges zu erfahren über die Frühgeschichte des
Clubs und über das, was Frank Elstner heute macht. Welches war
eigentlich der zündende Gedanke, der Ihnen damals den Anstoß gab,
den Club zu gründen? "Als der Club entstand, war ich
Programmdirektor des deutschen RTL-Hörfunks. Und da wollte ich eine
ganz besondere Bindung haben zwischen den Hörern und den
Programm-Machern. Einen der möglichen Wege, die Hörer noch näher ans
uns heranzubringen, sah ich darin, mich in einer regelmäßigen
Zeitschrift mit ihnen auseinanderzusetzen. Und da kam mir die Idee:
Wir gründen einen Club und können dann via Clubzeitschrift noch
intensiver mit den Hörern Kontakt halten". Und wie war die
Reaktion der Hörer auf dieses neue Angebot? "Wir hatten ja damals
nicht viel Geld zur Verfügung und waren - bevor es den Club gab -
schon froh gewesen, dass es wenigstens Aufkleber gab, dass wir mit
dem »Radio-Zirkus« durch die Lande gehen konnten und unsere Zuhörer
ein Autogramm von Jochen bekamen. Und dann, als wir den Club hatten,
konnten wir den Hörern sogar ausgewählte Schallplatten, RTL-Gürtel,
RTL-Jacken, RTL-Wecker und all diese Dinge anbieten. Und das hat
natürlich ein Riesen-Echo gebracht. Die Hörer waren begeistert".
Kannten Sie die ersten Clubmitglieder persönlich? "Es gab damals
den Slogan: »Bei Radio Luxemburg wird Radio noch mit der Hand
gemacht«. Und dazu gehörte auch, dass wir einen sehr persönlichen
Kontakt zu den Hörern hatten. Und wir haben natürlich auch Freunde
gefragt, ob sie Mitglieder werden wollen. Und jeder Sprecher hatte
seine Fans, die er eingeladen hat, Mitglied zu werden. Dadurch
kannte man sich natürlich persönlich. Dieser Club war ja auch nicht
dazu gedacht, Umsatz zu machen. Das erklärte Ziel von uns, die wir
die Farbe von RTL vertraten, war nie ein kommerzielles. Es war
einfach nur der Wunsch, eine gute RTL-Zeitschrift zu machen."
Die RTL-Zeiten sind für Sie inzwischen lange vorbei. Und
mittlerweile haben Sie auch »Wetten, dass...?« aufgegeben. Warum
eigentlich? "Ich glaube, dass man seinem leben in unserem Beruf
immer wieder mal eine neue Richtung geben sollte. Ich habe »Wetten,
dass...?« gemacht, solange ich garantieren konnte, dass ich mit
huntertprozentigem Spaß in die Sendung gehe und sie auch meinem
Publikum gegenüber hundertprozentig vertrete. Irgendwann habe ich
mich aber dabei ertappt, dass ich über andere Sendeformen
nachdachte. Und um darüber vertieft nachdenken zu können, braucht
man Zeit - man kann ja nicht nur sprudeln, man muss auch tanken.
Darum habe ich den Entschluss gefasst, aufzuhören und mich auf etwas
Neues vorzubereiten. Diesen Punkt habe ich so etwa alle sechs Jahre.
Ich habe sechs Jahre lang »Spiel ohne Grenzen« gemacht, sechs Jahre
die »Montagsmaler« und sechs Jahre »Wetten, dass...?«. War es
von je her Ihr Ziel, in die Medienbranche einzusteigen? "Ich bin
in den Medien erzogen worden. Mit zehn Jahren habe ich meine erste
Hauptrolle gespielt. Ich glaube nicht, dass ich in irgendeinem
anderen Beruf glücklich geworden wäre, in dem ich nicht meine
Talente hätte zeigen können. Mein Motor ist immer Lust und Freude".
>>>
"Radio aus dem Kohlenkeller"
heißt eine Geschichte über »Wünsch dir was bei RTL«-Moderator
Heinz Siebeneicher, der die Sendung aus einem eigenen Studio
Marke Eigenbau im Keller seines Hauses in Reinheim/Odenwald
präsentierte: "Sonntag, 11. Oktober, kurz nach zehn. Heinz
Siebeneicher, der RTL-Moderator mit der markanten warmen Stimme, ist
gleich nach dem Frühstück in Bademantel und Filzpantoffeln in den
Keller getigert, hat sich an seinen Mikrofontisch gesetzt, die
Erkennungsmelodie »Wünsch dir was bei RTL« in den Äther geschickt,
auf seine warmherzige Art die Hörer begrüßt und den ersten
Wunschtitel angekündigt: »Lass die Sonne in dein Herz« von der
Gruppe Wind. Die singt allerdings vom Plattenspieler in Luxemburg
aus..." Wer sonntags in Luxemburg anrief und das Glück hatte, mit
Heinz Siebeneicher live über den Sender plaudern zu dürfen, wird
wohl kaum gemerkt haben, dass sein prominenter Gesprächspartner
nicht von Luxemburg, sondern von Reinheim aus mit ihm sprach.
Technisch funktionierte das über eine Rundfunkleitung der Post von
Reinheim nach Luxemburg, die RTL eigens für diese Sendung angemietet
hatte, und über eine Standleitung für Telefon, über die sich Heinz
Siebeneicher mit der Senderegie in Luxemburg verständigte. Eine
Rückleitung gab es nicht. Deshalb konnte der Radioplauderer seine
Telefonkandidaten nur im Radio hören - was in dem über 200 Kilometer
von Luxemburg entfernten Reinheim mit beträchtlichem Aufwand
verbunden war: Neben seinem Mikrofon stand ein Tuner, über den er
auf einer UKW-Frequenz die Sendung mithörte. Wenn der hochmoderne
Tuner versagte, konnte ein uraltes Röhrenradio RTL oft noch gut
empfangen. Wenn auch das nicht mehr ging, half Omas altes
Küchenradio mittels Kurz- oder Mittelwelle. Für seine Telefonleitung
in die Senderegie benutzte Heinz Siebeneicher ein total veraltetes
Wehrmachts-Feldtelefon. Aber das zeigte wieder einmal, wie auf
kostengünstige Weise und ohne computergesteuerte Technik Radio
gemacht werden konnte: Mit einer Fernsteuerung Marke Eigenbau
bediente der Radioprofi fünf Tonbandgeräte mit vorproduzierten
Jingles. Dass das ganze trotz einfachster Ausstattung Sendequalität
hatte, davon konnten sich die RTL-Hörer jeden Sonntag selbst
überzeugen. Was Heinz Siebeneicher schade findet: "Wenn man drei
Jahre lang diese Wunschsendung moderiert, dann kennt man seine
Kunden schon. Es sind immer dieselben Hörer, die anrufen."
halloRTL Heft
11-1987
>>> Nachdem die erste »Mahlzeit«-Schallplatte restlos
vergriffen ist, setzen Inga Abel und Hugo Egon Balder
(mittlerweile mit Fernsehangeboten reichlich gesegnet) noch eins
drauf und servieren die »Mahlzeit« zum zweiten Mal für den
Plattenteller. Diesmal zusammen mit allerhand "Star-Köchen"
angerichtet: Elisabeth Volkmann, Elmar Gunsch, Ingrid van Bergen,
"Traumschiff"-Kapitän Heinz Weiss, Chris Howland, Diether Krebs und
viele andere haben dafür gesorgt, dass nicht etwa eine "Kalte
Platte", sondern 'ne richtig heiße »Mahlzeit« auf den Teller kommt -
mit einer gehörigen Prise Pfeffer. Das Beste aus ungezählten
»Mahlzeit«-Sendungen - ein hochdosiertes Konzentrat, dass die
Lachmuskeln zum Schwingen bringt. »Mahlzeit« war die seinerzeit wohl
beliebteste Sendung bei Radio Luxemburg. Sie registrierte die
meisten Hörerzuwächse. RTL war das einzige Radio, das eine derartige
Sketchsendung in den Äther gepustet hat. Und zugleich damit den
Plattenmarkt bereicherte. Mit dem Verkauf der LP + Cassette wurde
die RTL-Aktion "Aids-Aid für Kinder" unterstützt. Seit es die
»Mahlzeit«-Sendung gibt, haben Inga und Hugo über 5400 Sketche
gespielt, darunter 720 mit Prominenten aus Show, Politik, Sport und
Wirtschaft. In halloRTL bewerben die "Mahlzeiter vom Dienst" ihre
neue Platte und sprechen die Mitglieder persönlich an.
>>> Kalte Füße bekamen Inga Abel,
Hugo Egon Balder und die gesamte »Mahlzeit«-Mannschaft auf
der Bundesgartenschau. Anfang November haben sie daher ihre
Wohnküche in das Düsseldorfer Kaufhaus Horten verlegt. In der
ehemaligen Bettenabteilung geht es jetzt alles andere als
verschlafen zu: Ein voll bewirtetes Theater ist hier entstanden.
Eintrittskarten gabs zum Preis von fünf Mark am Informationsschalter
im Erdgeschoss des Kaufhaufes. Der Eintrittspreis wurde voll auf den
Verzehr im Theater angerechnet. >>>
Seit kurzem in Hamburg "on the air": Radio 107. Um dem
Privatsender an den Nordseewellen auf die Ätherwellen zu verhelfen,
schickte RTL den Radioprofi Axel Fitzke gen Norden. Der
sollte in Hamburg "Entwicklungshilfe" leisten. Natürlich beließ Axel
es nicht dabei, die Radioneulinge zu beraten und ihnen zu sagen, wie
man Radio macht - er machte es selbst, jeden Tag von 12.00 bis 24.00
Uhr. »Stadtklang mit Axel« hieß die Sendung. Schwerpunkt: Musik und
Spiele mit den Hörern. "Spiele übers Radio kannten die dort oben
vorher gar nicht", berichtete Axel aus der Radio-Diaspora. "Die
waren froh, dass es das jetzt endlich gab. Jedenfalls haben sie bei
den Spielen eifrig mitgemacht." Sechs Wochen lang kalauerte Axel
auf den Wellen von Radio 107, flog nur an den Wochenenden nach
Luxemburg zu seiner Familie. Was die Mannschaft des Radio-Dampfers
von Axel gelernt hatte, durfte sie jetzt beweisen. 24 Stunden
täglich beglückte Radio 107 seine Hörer mit Morgenmagazin, Tipps für
die Hausfrau und mindestens 40 Minuten Musik pro Stunde.
>>> Ein Club-Mitglied interviewt
RTL-Moderator Olaf Pessler. Wie und durch wen bist
du zu RTL gekommen? "Während meiner Zeit in München habe ich
einfach mal einen Brief an RTL geschrieben. Daraufhin hat man mich
eingeladen, eine Woche getestet, und schließlich wurde mir ein
Volontariat angeboten. Das war im September 1984. Im Dezember habe
ich dann bei »Guten Morgen, Deutschland« angefangen". Kannst du
dir vorstellen, für einen anderen Rundfunksender zu arbeiten?
"Ja, selbstverständlich kann ich mir das vorstellen. Ob ich das auch
machen will, ist was anderes". >>>
In diesem Heft gibt es einen weiteren Bericht zum Löwenfestival
1987. Das "Traumpaar des Abends" waren Susanne Kronzucker und
Jochen Pützenbacher. Roy Black bekam auf der 51. Löwenverleihung
sein 13. Mähnentier überreicht.
halloRTL Heft
12-1987
>>> Saskia Heck, 12-jähriges
Töchterchen des allseits bekannten Schnellsprechers Dieter Thomas,
gab bei RTLplus ihr Fernsehdebüt und moderierte die
Kinder-Hitparade. Als Bildschirmpartnerin von Metty Krings
war sie in der Sendung »Miniplus - Ministars« zu sehen. Hits, die in
den Charts gerade rauf- und runterliefen, kindgerecht umgetextet,
kündigte die kesse Kleine zusammen mit Metty an. Dieter Thomas Heck
hatte sich den Tag extra freigehalten: Die TV-Premiere seiner
Tochter musste er natürlich vor Ort miterleben. Außerdem hing er
immer noch an RTL, weil auch er hier seine ersten Schritte ins
Moderationsgeschäft gemacht hat. >>>
Festlich war's auf dem Bundespresseball, der in diesem Jahr
ganz im Zeichen Luxemburgs stand. Zum Auftakt spielte das große
RTL-Symphonie-Orchester unter der Leitung von Leopold Hager. Es gab
Champagner aus Luxemburg und die Abendkarte enthielt eine
Sonderseite "Luxemburg bittet zu Tisch". Das gesellschaftliche
Großereignis wurde im RTL-Hörfunk live aus der Bundeshauptstadt Bonn
übertragen, und RTLplus brachte Ausschnitte davon im Fernsehen.
Moderator und Organisator des Abends war RTL Hörfunk-Studioleiter
Geert Müller-Gerbes. >>>
Interviewpartner von Clubmitglied Rosemarie ist in diesem Heft
Achim Graul. Sie wollte als erstes wissen: Wann kommt die »Volle
Stunde« mit Country & Western-Music wieder? Denn was andere Sender
können, schafft Ihr doch schon lange! Achims Antwort: "Seit dem
28. November gibt's samstags von 18.07 bis 19.00 Uhr wieder Country
Music". Wie sieht es eigentlich mit einer Platte von dir aus -
mit C&W oder Rock 'n' Roll? "Seit 1963 (!) ist keine Platte mehr
von mir erschienen. Ich finde diesen Satz lustig, weil es
tatsächlich fast 25 Jahre her ist, dass meine Komposition »Linda«,
von dem Schauspieler Stefan Behrens gesungen und vom Orchester
Werner Müller begleitet, auf Platte erschien... Dann starb leider
mein Vertragspartner, der 'große' Heino Gaze, bei dessen
Nachwuchsfestival ich damals in Berlin den zweiten Preis erträllert
hatte." Welche Musik magst du noch außer C&W und Rock 'n' Roll?
"Vor allem Big-Band-Klänge von Harry James bis Tommy Dorsey, Soul
Music, die Stones, Dylan, aber auch moderne Künstler wie Suzanne
Vega oder Jennifer Warnes". Über welches Thema würdest du gerne
mal eine Radiosendung machen? "Unter einer guten Radiosendung
verstehe ich immer eine clevere Mischung aus Unterhaltung und
Information. Zum Beispiel die RTL-Sendung »Ein Tag wie kein
anderer«. An so einem Programm irgendwie mitzuwirken, halte ich für
sinnvoll". Welche Pläne hast du für deine Zukunft? "Ich sehe
die Sache so: Irgendwann wird die Zukunft zur Gegenwart, und dann
wären Zukunftspläne doch überflüssig. Ich plane die Gegenwart gut".
>>> Dem Interview des Monats
stellt sich Désirée Nosbusch "In unserem Job träumt jeder von
Hollywood". Ihre Bilderbuchkarriere begann Desiree vor einigen
Jahren bei RTL. Kürzlich war sie wieder für den »Sender mit drei
Buchstaben« tätig: Sie moderierte die RTL-Aids Aid Gala "Helping
Hands" in München. Club-Redakteur Torsten Schuster sprach mit
der hübschen Luxemburgerin. Desiree, du bist kürzlich bei unserer
Aids Aid Gala aufgetreten. Was treibst du sonst noch so? "Ich
habe viel in den USA und in Deutschland zu tun. Vor einiger Zeit
habe ich einen Kinofilm zu Ende gedreht, der in Amerika und England,
in Italien und in Spanien rausgekommen ist. Er heißt 'Guten Morgen,
Babylon' und kommt am 28. Januar auch in die deutschen Kinos".
Was für eine Rolle spielst du da? "Eine Amerikanerin, die in den
20er Jahren Statistenrollen in Hollywood annimmt und am Ende die
Frau eines Bühnenbildners wird". Du hast in den USA eine
Schauspielausbildung absolviert. Ich könnte mir vorstellen, dass
dich das nicht nur beruflich, sondern auch persönlich weitergebracht
hat. "Diese Ausbildung hat mein ganzes Leben verändert. Wenn ich
heute auf der Bühne stehe, weiß ich, dass ich meinen Beruf
beherrsche - zumindest bis zu einem gewissen Grad; man entwickelt
sich ja weiter". Du hast sehr gute Kritiken bekommen, als du
damals den Grand Prix d'Eurovision moderiert hast. Danach sind
einige reizvolle Angebote bei dir reingeflattert. "Oh ja! Ich
habe danach ein halbes Jahr lang im französischen Fernsehen den
Samstagabend moderiert und dann sechs Monate lang den Freitagabend
im belgischen Fernsehen. Und in Deutschland bin ich dann so richtig
in das Geschäft der Galapräsentation gekommen. Das alles waren
Auswirkungen des Grand Prix. Von dem Augenblick an traute man mir
zu, einen Abend durchzumoderieren".






















