RTL RADIO Luxemburg
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Damals wurde
jeder Titel einzeln angesagt...
Heinz aus Wittenberg erinnert sich:
Wir hier in Ostdeutschland konnten zu diesem Sender keine
Verbindung aufnehmen, haben ihn aber viel gehört. Am Tag über
die Kurzwelle im 49 Meterband auf 6090 kHz, abends auf Mittelwelle
1440 kHz. Auch das englische Programm von 19.00 bis 0.30, später bis
4.30 Uhr war auf Mittelwelle 1440 kHz gut zu empfangen. Bin jetzt 52 Jahre und habe
RTL Radio Luxemburg zum ersten Mal 1959 gehört.
Camillo Felgens Hitparade (damals waren die Erfolgsschlager von Freddy Quinn fast wochenlang auf dem 1. Platz, auch Ted Herold mit „Moonlight” hat sich „ewig” gehalten) war am Sonntag von 17.00 bis 18.30 Uhr ein Muss. Überhaupt war bis zur ersten Programmreform, als die Hitparade auf 14.00 Uhr vorverlegt wurde, noch keine - wie man heute so schön sagt - „Verspartung” vorgenommen worden, das heißt, das Programm begann am Sonntag um 14.00 Uhr (vorher war die flämische Hitparade zu hören) mit Camillos Sendung »Vom Schönsten das Schönste« mit leichter Klassikmusik. Dann kam Annelie mit dem »Kaffeklatsch« von 15.00 bis 16.00 Uhr. Danach war eine Stunde vorwiegend mit instrumentaler Big Band-Musik und kurzen Meldungen aus Mode und Sport geprägt, bevor dann Camillos Hitparade begann.

Da sind sie fast alle zusammen, die Sprecher der fröhlichen Wellen. Als diese Aufnahme im Studio geblitzt wurde, hatte Annelie gerade Sendung. Zehn Sekunden nach dem Blitz musste sie eine Ansage machen ... unter dem kritischen Schweigen der Kollegen
Ein Sprecher fehlt bei den Autogrammkarten, nämlich Waldemar Müller, der sich am Mikrofon „Verdy” nannte und bei Abwesenheit von Camillo auch dessen Hitparade moderierte. Seine eigene Sendung hieß »Mode, Tanz und Verdy«. Soviel zu den Anfangszeiten der ersten Jahre.
Das heutige RTL RADIO, welches nun prima in bester Qualität zu empfangen ist (hier Kabelempfang), gegenüber von Mittel- und Kurzwelle, spielt leider nur noch eine marginale Rolle, ja sogar von gänzlicher Programmeinstellung ist schon die Rede. Die Moderatoren sind bei weitem nicht mehr so motiviert, wie dies einmal der Fall war. Damals wurde jeder Titel einzeln angesagt, es wurden Anmerkungen gemacht, zum Beispiel was die Interpreten heute machen oder wo sie live auftreten, auf jeden Fall war immer eine Höreransprache da. Die heutigen Sender, besonders die Pop-Spartenprogramme, sparen die Moderatoren fast gänzlich ein und degradieren sich zur bloßen CD-Abspielmaschine.
Aus RADIOJournal 11/1998

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